Beteiligung von zehn Prozent
Adidas steigt beim FC Bayern ein

Der Sportartikelhersteller adidas AG-Salomon will für 75 Mill. DM beim Bundesliga-Fußballverein FC Bayern München einsteigen. Adidas plane eine Beteiligung von zehn Prozent an der noch zu gründenden FC Bayern München AG, teilte der weltweit zweitgrößte Sportartikelproduzent am Dienstag mit.

rtr/afp MÜNCHEN/HERZOGENAURACH. Der Kauf solle durch die Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital finanziert werden. Die Adidas-Aktien fielen am Vormittag in einem schwächeren Marktumfeld um 3,6 %.

Adidas werde bis 2010 offizieller Sponsor, Ausrüster und Lizenznehmer des Rekordmeisters bleiben, teilte der in Herzogenaurach ansässige Konzern weiter mit. Eine entsprechende Vereinbarung solle noch am Dienstag unterzeichnet werden.

Bereits im Mai hatte es Spekulationen über einen Einstieg von Adidas mit zehn Prozent bei Bayern München gegeben. Adidas hatte ein solches Engagement nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das Herzogenauracher Unternehmen ist seit 35 Jahren Sponsor des 17-maligen Deutschen Meisters, der für den Bau eines neuen Stadiums für die in Deutschland stattfindende Weltmeisterschaft 2006 Geld benötigt.

Der FC Bayern München hat in der abgelaufenen Saison 2000/01 (zum 30. Juni) nach früheren Angaben mehr als 300 Mill. DM umgesetzt und ein Rekordergebnis erzielt. In der vorangegangenen Saison 1999/2000 erzielte der Verein einen Umsatz von 283 Mill. DM und einen Gewinn von 17,7 Mill. DM. Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte den Wert des Vereins zuletzt auf 1,5 Mrd. bis zwei Mrd. DM geschätzt. Daher war über einen Preis von 150 Mill. DM für eine zehnprozentige Beteiligung spekuliert worden.

Bayern München hatte seine Pläne für eine Umwandlung für eine Aktiengesellschaft bereits bekannt gegeben. Einen Gang an die Börse lehnt der Verein nach Angaben des Sprechers jedoch ab. Stattdessen sollten strategische Partner beteiligt werden. Der Verein will zusammen mit dem TSV 1860 München mit Blick auf die WM 2006 in München ein neues Fußballstadion bauen, dessen Kosten auf 400 Mill. DM geschätzt werden. An der erst vor wenigen Tagen gegründeten Projektgesellschaft halten beide Vereine je 50 %.

Experten äußern sich skeptisch über Börsengänge von Fußballclubs, deren Schicksal im Gegensatz zu Unternehmen nicht nur von fähigen Managern, sondern auch vom Verletzungspech der Spieler und von Schiedsrichterentscheidungen abhängt. In Deutschland ist bisher nur Borussia Dortmund an der Börse notiert, in Großbritannien Manchester United.

Mit dieser neuen Vereinbarung hätten der FC Bayern und adidas ihre Partnerschaft auf eine neue Ebene gehoben, "die weltweit ohne Beispiel ist", erklärte der neue adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer betonte, die getroffene Vereinbarung werde dem Verein helfen, "die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen".

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