Beteiligungs-Strategie belastet Bilanz
MVV hat noch Lust auf weitere Zukäufe

Roland Hartung, der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie AG, verspürt nach wie vor Appetit auf Zukäufe. "Wir wollen in weitere Stadtwerke und Dienstleister sowie in Anlagen für erneuerbare Energien investieren", sagte Hartung am Donnerstag in Frankfurt.

jkn FRANKFURT/M. Das einzige börsennotierte deutsche Stadtwerk ist in den zurückliegenden Jahren durch nationale und internationale Beteiligungen deutlich gewachsen. Seit dem Börsengang im Jahr 1998 legte der Umsatz um fast 200 % auf heute 1,68 Mrd. Euro zu. In Deutschland hatte sich die MVV zuletzt an den Stadtwerken Solingen und Ingolstadt beteiligt.

Hartung bekräftigte gestern das grundlegende Interesse an einem Einstieg bei den Stadtwerken Kiel und Braunschweig. Beide gehören zur insolventen TXU-Europe. Nicht im Focus sind dagegen die Stadtwerke Bremen oder der Regionalversorger EWE, die beide im Zuge der Übernahme von Ruhrgas durch Eon auf dem Markt sind.

Auch das Interesse an den Stadtwerken Wuppertal und Münster scheint geschwunden zu sein. "Man kann den Eindruck gewinnen, dass häufig nur Finanzinvestoren gesucht werden, die ihr Geld hergeben sollen. Davon lassen wir aber die Finger", sagte Hartung.

Die starke Expansion hat deutliche Spuren in der MVV-Bilanz für das Geschäftsjahr 2001/02 (zum 30. September) hinterlassen. So liegt der Free-Cash-Flow, also das, was dem Unternehmen aus den operativen Erträgen nach Abzug der Aufwendungen verbleibt, mit 69 Mill. Euro im Minus. Im Moment gibt das Unternehmen für Investitionen mehr aus als es operativ einnimmt. Auch haben sich die Finanzschulden auf gut 1,1 Mrd. Euro verdoppelt. "Der relativ starke Anstieg des Verschuldungsgrades bleibt ein Schwachpunkt", warnt Christian Götz von der Landesbank Baden-Württemberg.

Dagegen sieht Hartung die Situation "völlig entspannt". Er will in den kommenden vier Jahren noch einmal 1,1 Mrd. Euro investieren. "Wir können uns weitere Beteiligungen leisten. Wir werden auch künftig profitabel wachsen", sagte er. Die Finanzstruktur von MVV sei mit einer Eigenkapitalquote von 28 % äußerst solide. Zusätzlichen Spielraum liefert der steuerfreie Gewinn von 139 Mill. Euro aus dem Verkauf der Anteile an dem Gasversorger GVS.

Neben der Expansion durch Zukäufe will die MVV aber auch intern wachsen. So soll das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im laufenden Geschäftsjahr organisch um 5 % zulegen. Der Umsatz soll wie angekündigt die Grenze von 2 Mrd. Euro überschreiten.

Quelle: Handelsblatt

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