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Beteiligungsbilanzierung nach IAS 27 für Private Equity-Gesellschaften problematisch

Als europäischer Verband der Beteiligungsindustrie begrüßt die European ...

Als europäischer Verband der Beteiligungsindustrie begrüßt die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) die IAS-Einführung, denn einheitliche Bilanzierungsregeln sind für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum essentiell. Gleichzeitig befürchtet der Verband aber gravierende Nachteile für den spezifischen Charakter der Beteiligungsindustrie. Die Anwendung von IAS 27 beispielsweise (konsolidierte Konzern- und Einzelabschlüsse) würde die Bilanz eines Private Equity-Fonds verwässern. Der spezifische Charakter des Beteiligungsgeschäfts wird dadurch bislang nur unzureichend berücksichtigt. IAS 27 und der daraus entstehende Transparenzverlust wäre für die Branche ein Rückschritt statt des durch IAS erhofften Fortschritts. Als Folge, so vermutet der europäische Branchenverband EVCA, werden sich die Banken trotz langfristiger Ertragsperspektiven gegen Investitionen in Venture Capital entscheiden.
Der europäische Branchenverband EVCA vertritt die Ansicht, dass Private Equity-Gesellschaften grundsätzlich von IAS 27 ausgenommen werden sollten. Auch in den USA zeichnet sich ab, dass zumindest nicht-notierte Beteiligungsfirmen von der Konsolidierung ausgenommen werden, sofern sie als Investmentgesellschaft eingestuft werden können. Problematisch ist aus Sicht der EVCA, dass durch die Ausnahmeregelung in den USA die US-Beteiligungsgesellschaften gegenüber der europäischen Private Equity-Industrie einen Wettbewerbsvorteil erlangen würden.
Sollte es dennoch nicht zu einer vollständigen Ausnahmeregelung kommen, fordert der Verband als Alternative eine Überarbeitung des Standards IAS 27: Die endgültige Formulierung von IAS 27 sollte den Begriff des "Control"-Verhältnisses zwischen Gesellschaften eindeutiger definieren. Dazu sollten die IAS den Standpunkt des Investors stärker berücksichtigen - und eine Fair-Value-Darstellung der Konsolidierungsverpflichtung vorziehen.
Obwohl der Standard IAS 27 (als Teil der IAS Implementierungs-Verfügung) bereits durch die EU verabschiedet wurde, sieht die Branche innerhalb der kommenden Monate noch Möglichkeiten, ihre Einwände öffentlich zu machen und auf die schädigenden Auswirkungen der Norm IAS 27 für die europäische Private Equity-Industrie hinzuweisen: Im November 2003 wird das IASB voraussichtlich seine endgültigen Verbesserungsvorschläge zu IAS präsentieren. Neue Interpretationen der IAS müssen dann im Bestätigungsverfahren durch die EU-Kommission angenommen werden: Die Kommission holt dazu die Meinung sowohl der EFRAG (European Financials Reporting System Advisory Group) als auch des ARC (Accounting Regulatory Committee) ein, um über die Annahme der Verbesserungen zu entscheiden.
Darüber hinaus wird das IASB im März 2004 ein neues Projekt veröffentlichen, das sich mit den Umständen befasst, in denen eine Gesellschaft ("Control Entity", folglich die beherrschende Gesellschaft) eine andere konsolidiert. Es geht um die Konsolidierung aller Gesellschaften ("Entities"), eingeschlossen "Special Purpose Entities" (SPE), sog. Zweckgesellschaften, sowie um die Prozedur der Konsolidierung. Ziel des Projekts ist es, einen neuen Konsolidierungsstandard zu entwerfen, der den IAS 27 sowie die Interpretation des Standing Interpretations Committee SIC 12 (zu SPE-Konstellationen) ersetzt.
Zwischen November 2003 und Januar 2004 werden europäische Instanzen über alle Verbesserungsvorschläge und die endgültige Implementierung der Konsolidierungsregelung entscheiden. Bis März 2004 wird dann das IASB selbst seine Arbeit abschließen und über mögliche Änderungen befinden.
Mehr dazu unter www.bvk-ev.de/print.php/aid/139.

Quelle: DER BETRIEB, 26.11.2003

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