Beteiligungsfirma dementiert Berichte über falsche Bilanz
Neuer Wirbel um WCM

Auch die Bilanzierungspraxis bei WCM bleibt in der Diskussion. Der Vorstand hat erneut Vorwürfe zurückgewiesen, den Immobilienbesitz falsch zu bilanzieren.

jkn FRANKFURT/M. WCM AG hat erneut Vorwürfe zurückgewiesen, ihren Immobilienbesitz falsch zu bilanzieren. "Da ist einfach nichts dran", bekräftigte Roland Flach, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, dem Handelsblatt. Die im M-Dax gelistete WCM-Aktie war am vergangenen Donnerstag zunächst ohne ersichtlichen Grund unter Druck geraten. Am Freitag wurde dann ein Bericht des Börsenbriefs "Prior Börse" publik, der Fragen hinsichtlich der Bilanzierung des Immobilienbesitzes sowie angeblicher Scheingeschäfte aufwirft.

Konkret geht es um den Verkauf von 4 500 Wohnungen an die Gesellschaft für Immobilien und Vermögensanlagen (Givag), an der WCM in geringem Umfang beteiligt ist. Auf Grund dieser "Vernetzung" stellt die "Prior Börse" die Frage, ob es sich nicht um ein Scheingeschäft handelt. Damit greift der Börsenbrief ein Thema auf, das als erstes Heinz Gerlach, Herausgeber des Informationsdienstes "Direkter Anlegerschutz" publiziert hatte. Gegen Gerlach hat WCM eine Einstweilige Verfügung beantragt, über die in dieser Woche entschieden wird.

Flach wies die Vorwürfe zurück. Nach seinen Angaben liegen im WCM-Konzern lediglich 3,7 % der Givag-Anteile. "Damit kann es gar kein Geschäft mit uns selbst sein", sagte Flach. Auch der Vorwurf, der Wert der Immobilien sei in der Bilanz falsch angesetzt, entbehre jeder Grundlage. "Wir bilanzieren nach HGB, müssen also Anschaffungspreis und Abschreibungen berücksichtigen", sagte Flach.

Vor zwei Wochen hatte eine Studie des unbekannten Finanz-Dienstleisters United Zurich Finance die WCM-Aktie um fast 30 % in den Keller geschickt. Unter anderem hatten die Schweizer ihr Verkaufsurteil "Sell" mit einem angeblichen Kredit- und Liquiditätsengpass sowie einer falschen Bilanzierung begründet. Mittlerweile hat United Zurich viele der Kritikpunkt revidiert und WCM auf "Akkumulieren" heraufgestuft. Obwohl die neue Studie bereits im Umlauf ist, verweigerten die Schweizer auf Anfrage des Handelsblatts die Herausgabe mit dem Argument, sie sei noch nicht abgeschlossen.

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