Beträge zwischen 500 und 1000 DM pro Rind werden Bauern in BSE-Krise gezahlt
Sonderkredite für Landwirte

An wegen der BSE-Krise verschuldete Bauern wird rund 20 000 DM auf Antrag ausgezahlt. Unterdessen bestätigt sich ein erster BSE-Verdacht in Brandenburg.

ddp BERLIN. Von der BSE-Krise finanziell gebeutelte Landwirte können ab sofort Sonderkredite bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank beantragen. Die Kredite werden bei einem zusätzlichen Liquiditätsbedarf von mindestens rund 20 000 Mark auf Antrag gewährt, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwoch in Bonn mitteilte. Danach werden für jedes Rind über sechs Monate maximal rund 1 000 Mark ausgereicht, für Jungtiere unter sechs Monaten maximal rund 500 Mark. In Brandenburg bestätigte sich unterdessen der seit Freitag bestehende BSE-Verdachtsfall.

Nach den Angaben des Bundesministeriums beträgt die Laufzeit der Darlehen vier Jahre, wobei ein Jahr tilgungsfrei ist. Der für die gesamte Laufzeit feste Zinssatz beträgt zurzeit fünf Prozent. Das Sonderkreditprogramm ist vorerst bis 30. Juni befristet. Die Anträge sind über die jeweilige Hausbank zu stellen.

Erstes BSE-krankes Rind in Brandenburg

Ein Sprecher des Agrarministeriums in Brandenburg sagte, ein Rind sei "definitiv" an BSE erkrankt gewesen. Das bedeute auch das "Todesurteil" für die gesamte Herde mit zirka 450 Tieren. Hingegen bestätigte sich ein entsprechender BSE-Verdachtsfall in Bayern nicht.

Der Vizepräsident des Europa-Parlaments, Ingo Friedrich (CSU), kritisierte den Umgang mit der BSE-Krise auf europäischer Ebene. "Auch Europa hat seine Hausaufgaben noch nicht vollständig gemacht", sagte Friedrich dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Es fehle "immer noch die strikte Umsetzung flächendeckender Tests aller geschlachteter Rinder in allen EU-Staaten".

In der BSE-Krise gibt es indes möglicherweise eine neue Sicherheitslücke. Wie Bayerns neuer Verbraucherminister Eberhard Sinner (CSU) in einer Fragestunde des Münchner Landtags sagte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Produkte aus mit BSE-Risikomaterial hergestellten Speisefetten noch in den Ladentheken liegen. Um dies zu klären, würden derzeit Untersuchungen in fünf Bundesländern durchgeführt. Nach den Worten Sinners werden Fettschmelzen in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen unter die Lupe genommen.

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