Betreibern von Senioren-Wohnheimen fehlt überlebensfähige Betriebsgröße
Refugium-Pleite ist der Anfang einer Konzentrationswelle bei Altenheimen

Die Insolvenz der am Neuen Markt notierten Refugium Holding AG, Königswinter, ist nur die Spitze eines sich verschärfenden Abschmelzungs- und Konzentrationsprozesses auf dem deutschen Markt der Senioren- und Pflegeheime.

lip HAMBURG. Denn die Branche steckt in einem Dilemma: Die mehreren 100 Einzel-Betreiber verfügen nicht über die optimale Betriebsgröße von rund 8000 bis 10 000 Betten, um bei steigenden Sach- und Personalkosten langfristig das Überleben zu sichern: So entfallen 200 000 der rund 680 000 Betten in Deutschland auf schätzungsweise 25 bis 30 private Betreiber. Der Rest ist in kommunaler und kirchlicher Hand. Während die gemeinnützigen Heime von den Kommunen und Kirchen finanziell unterstützt werden, suchen die privaten Einrichtungen ihr Heil in Zukäufen kommunaler Betriebe oder Fusionen. Dazu zählt beispielsweise der Zusammenschluss von Bonifatius und Curanum, die damit ihre Kapazität auf erst 5 000 Betten erhöhen konnten.

Die Hamburger Konkurrent Marseille-Kliniken AG mit 4500 Betten und die zur WCM-Gruppe gehörenden Maternus-Kliniken mit 3000 Betten suchen deshalb ebenso dringend nach Partnern. So bemühte sich erst vor kurzem die Marseille-Kliniken AG nach dem Scheitern der Fusion zwischen der Osnabrücker Pro Seniore und Refugium um eine Übernahme des zahlungsunfähigen Königswinter Heimbetreibers mit seinen 6 000 Betten. Auch die Maternus-Kliniken, Hannover, bemüht sich massiv um Allianzen.

Denn die privaten Betreiber geraten vor allem bei den Personalkosten unter Druck. Die Heimaufsichten achten zunehmend darauf, dass die Betreiber die vorgeschriebene Quote von 50 % an qualifizierten und damit teueren Fachkräften einhalten, um eine optimale Versorgung der alten Menschen zu gewährleisten. Ist das nicht der Fall, droht der Entzug der Heimlizenz.

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