Betriebliche Altersversorgung
Steuerlich attraktive Modelle wählen

Wer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung fürs Alter vorsorgt, sollte nicht nur darauf achten, welche Förderungen beim Ansparen gewährt werden. Genauso wichtig ist, wie viel tatsächliche Rente im Ruhestand übrig bleibt. Steuern und Sozialabgaben spielen dabei eine große Rolle.

fgh WÜRZBURG/DÜSSELDORF. Grundsätzlich gilt: Wer eine betriebliche Altersversorgung mit "Riester-Zulagenförderung" nach § 10a EstG in Anspruch nimmt - nur möglich bei der Renten-Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds - kann zunächst weder Steuern und Sozialabgaben sparen. Die Beiträge müssen aus dem Nettogehalt gezahlt werden; staatliche Zulagen oder einen Sonderausgabenabzug gibt es erst im Jahr nach der Beitragzahlung. Vorteilhafter können Modelle ohne "Riester-Zulagenförderung" sein - möglich bei allen fünf Formen der Betriebsrente. Denn hier gibt es zahlreiche Vergünstigungen bei Steuern und Sozialabgaben.

Steuervorteil als Entscheidungshilfe

Bei Beiträgen in die rückgedeckte Unterstützungskasse und die Direktzusage fallen beispielsweise keine Steuern an, da kein Lohnzufluss vorliegt. Mitarbeiter zahlen hier bei Entgeltumwandlungen bis Ende 2008 auch keine Sozialversicherung, wenn die Beiträge weniger als vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung betragen. Erst das Renteneinkommen daraus wird wie verspäteter Arbeitslohn aus "nichtselbstständiger Tätigkeit" versteuert - es handelt sich also um eine nachgelagerte Lohnbesteuerung, bei der allerdings hohe Freibeträge geltend gemacht werden können.

Beiträge zur Direktversicherung werden schon immer pauschal mit 20 Prozent versteuert - bis zu einer Höhe von 1.752 EUR jährlich. Wer den Beitrag durch eine Einmalzahlung begleicht, muss zudem auch keine Sozialabgaben leisten. Kapitalleistungen bleiben steuerfrei. Renten-Leistungen aus der § 40b-Direktversicherung werden steuerlich wie eine Leibrente behandelt, lediglich der Ertragsanteil muss also versteuert werden. Wird die "Riester-geförderte" Variante der Renten- Direktversicherung gewählt, unterliegt die daraus resultierende Rente später der vollen nachgelagerten Besteuerung als "sonstige Einkünfte".

Bei Pensionskasse und Pensionsfonds, steuerrechtlich gleichgestellt, sind die Beiträge zur Altersvorsorge steuerfrei, wenn sie vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht übersteigen (4%-Förderung). Die Sozialversicherungsfreiheit orientiert sich ebenfalls an dieser Grenze. Die Renten aus den "4%-geförderten" Varianten dieser beiden Betriebsrentenarten unterliegen der vollen nachgelagerten Besteuerung als "sonstige Einkünfte".

Bei der Pensionskasse besteht auch die Möglichkeit, Beiträge pauschal mit 20 Prozent zu versteuern. Diese Förderung kann allerdings nur in Anspruch nehmen, wer seine 4%-Förderung ausgeschöpft hat. Belohnt wird diese vorgelagerte Besteuerung mit einer vergleichsweise geringen Besteuerung des Ertragsanteils der Rentenleistung.

Hohe Freibeträge mindern Steuerlast

Auf Unternehmensebene sind die Beiträge zu allen Versorgungswerken steuerfrei. Für Arbeitnehmer ist unter lohnsteuerlichen Aspekten die Unterstützungskasse am interessantesten. Sie ermöglicht hohe Zuflüsse bei geringstmöglichen Steuerabgaben. "Die Beitragszahlung aus dem Bruttoentgelt bringt eine unmittelbare Steuerersparnis. Außerdem winken hohe Freibeträge in der Leistungsphase", so Wolfgang Fränznick, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Betrieblichen Versorgungswerkein Würzburg.

So können Rentner den Versorgungsfreibetrag von maximal 3.072 Euro sowie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag für Werbungskosten in Höhe von 1.044 Euro geltend machen. Zudem kann zwischen Kapital- oder Rentenleistung gewählt werden.

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