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Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung (bAv) soll im Zuge der Rentenreform neuen Schwung bekommen. Die Arbeitnehmer erhalten ab 2002 einen Anspruch darauf, ihr Gehalt teilweise in Beiträge zur bAv umzuwandeln, und zwar bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von momentan 8 700 DM (Entgeltumwandlung). Zusätzlich dürfen sie die gestaffelte Förderung für private Riester-Renten in Anspruch nehmen. Für die Vier-Prozent-Förderung stehen aber nur zwei von demnächst fünf Varianten der bAv zur Auswahl: Pensionsfonds (PF) und Pensionskasse.

Der Pensionsfonds soll als rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung betriebliche Altersversorgung gegen Beitragszahlung gewähren. Er untersteht der Versicherungsaufsicht, allerdings erhält er größere Anlagefreiheiten. Entweder gibt es eine Zusage für eine spätere Rente oder für deren Finanzierungsbeitrag. Der Trend geht zu Mischformen aus Beitrags- und Leistungszusage, etwa eine fondsgebundenen Rentenversicherung mit Garantie.

Die Pensionskasse (PK) wird in wenigen Jahren kaum noch vom PF zu unterscheiden sein. Heute ist sie aber noch voll an die strengen Kapitalanlageauflagen für Versicherer gebunden.

Wahlweise kann für den betrieblichen PF ab 2002 auch die gestaffelte Riester-Förderung in Anspruch genommen werden. Allerdings sind Arbeitgeberbeiträge dann generell nicht mehr sozialversicherungsfrei, was ein gewaltiger Hemmschuh sein wird. Gleiches gilt spätestens ab 2009 für alle Formen der Entgeltumwandlung. Bietet der Arbeitgeber hierfür weder PF noch P-Kasse an, erhält der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Direktversicherung (DV). Sie wird bisher wie die PK behandelt. Maximal können pro Jahr Beiträge in Höhe von 3 408 bzw. 4 200 DM (nach §40b EStG) eingezahlt werden, die mit 20 Prozent pauschal zu versteuern sind. Künftig gibt es daneben die "neue" DV nach Riester, also nachgelagert besteuert.

Völlig aus dem Riester-Katalog heraus fallen zwei der gewichtigsten Formen der bAv. Dort bestehende Vermögen sollen sogar "steuerunschädlich" auf PF und P-Kasse übertragen werden dürfen: Mit der Direktzusage verpflichtet sich das Unternehmen, eine Betriebsrente zu zahlen und bildet dafür eine Pensionsrückstellung. Bei einer Pleite des Unternehmens springt der Pensions-Sicherungsverein in die Bresche. Der Betrieb kann die Bildung der Rückstellung von der Steuer absetzen, er spart obendrein Sozialversicherungskosten; spätere Renten muss der Arbeitnehmer voll versteuern.

Die Unterstützungskasse funktioniert ähnlich, nur wird die Rückstellung hier in der Kasse gebildet. rl

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