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Betriebsbedingte Kündigungen bei Quelle - Betriebsrat will Haustarif

Das Nürnberger Versandhaus Quelle schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Diese sollen jedoch so gering wie möglich ausfallen, sagte Unternehmenssprecher Manfred Gawlas nach einer Betriebsversammlung am Freitag in Nürnberg.

dpa-afx NÜRNBERG/ESSEN. Das Nürnberger Versandhaus Quelle schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Diese sollen jedoch so gering wie möglich ausfallen, sagte Unternehmenssprecher Manfred Gawlas nach einer Betriebsversammlung am Freitag in Nürnberg. Auf der Veranstaltung habe Quelle-Vorstandschef Arwed Fischer rund 3 000 Mitarbeiter über den geplanten Stellenabbau und weitere Maßnahmen zur Sanierung informiert. "Zahlen gibt es aber nicht und wird es auch nicht geben", betonte Gawlas.

Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Ernst Sindel sagte am Freitag, die Arbeitnehmervertreter würden alles daran setzen, die notwendigen materiellen Einschnitte bei Quelle so niedrig wie möglich zu halten und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Ziel sei es, mit Unterstützung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen Haustarifvertrag abschließen. "Ich bin vorsichtig optimistisch bis zuversichtlich, das dies auch gelingen wird", sagte Sindel der dpa. Erste ernsthafte Gespräche hätten bereits stattgefunden. Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein.

'Lage Schwierig'

Quelle-Sprecher Gawlas erklärte, die Lage sei schwierig. "Wir haben eine gehörige Umsatzdelle." Zwar habe das Unternehmen bereits ein "sehr ehrgeiziges" Kostenprogramm gestartet. Die Maßnahmen reichten aber nicht aus. Neben dem geplanten Stellenabbau seien daher ein zeitlich befristeter Verzicht auf freiwillige Leistungen wie Weihnachtsgeld für die rund 6 000 Mitarbeiter in Nürnberg und Fürth denkbar sowie Mehrarbeit bei geringerem Lohn. "Wir brauchen einen Solidarbeitrag", sagte Gawlas.

Als "völlig abwegig" kritisierte Gawlas Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Mittelfranken, wonach bei Quelle allein im Raum Nürnberg 3 000 Stellen in Gefahr sein sollen. "Das ist gar nicht möglich, da wäre das Unternehmen nicht mehr lebensfähig", erklärte er. Solche Zahlen zu veröffentlichen, sei "ärgerlich" und würde die Mitarbeiter unnötig beunruhigen. Die zum finanziell angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern gehörende Quelle AG (Fürth) beschäftigt bundesweit 12 300 Mitarbeiter.

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