Betriebsergebnis fällt im ersten Halbjahr um 70 Prozent
Lufthansa hält Gewinnkurs

Die Lufthansa hat ein schwaches erstes Halbjahr hinter sich. Dennoch bekräftigt die zweitgrößte europäische Fluggesellschaft ihre Ergebnisprognose gegen den negativen Branchentrend. Die Airline setzt auf eine Konjunkturbelebung im vierten Quartal. Zwar sehen Experten dies skeptisch, die Börse aber honorierte den Ausblick.

HB FRANKFURT/M. Ungeachtet eines deutlichen Gewinnrückgangs in den ersten sechs Monaten 2001 hält die Lufthansa an ihrer bereits reduzierten Ergebnisprognose für das Gesamtjahr fest. "Wir rechnen weiter damit, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis von 700 bis 750 Mill. Euro zu erreichen", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Er beendete damit vorerst Spekulationen über eine neue Gewinnwarnung, die die Aktie in den Vortagen ins Minus getrieben hatten.

Kley stellte seine Prognose allerdings unter den Vorbehalt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld im vierten Quartal erhole und die Durchschnittserlöse stabil blieben. Die Lufthansa sei "verhalten optimistisch", dass sich die Konjunkturlage gegen Jahresende verbessere.

Analysten zeigten sich hingegen skeptischer: "Ich glaube nicht, dass sich die amerikanische Wirtschaft vor dem ersten Quartal 2002 erholen wird", sagte Pia-Christina Schulze von Merck Finck. Lufthansa-Experte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler erwartet dennoch, dass der Konzern keine weitere Ergebniskorrektur vornehmen müsse und seine Ziele knapp erreichen werde.

Operative Gewinn brach im ersten Halbjahr ein

Im ersten Halbjahr brach der operative Gewinn der Deutschen Lufthansa AG, Köln/Frankfurt, wie von Analysten vorhergesagt, um mehr als zwei Drittel auf 105 Mill. Euro ein. Die Umsätze zogen dagegen um 13,7 % auf 7,81 Mrd. Euro an. Nach Steuern verbuchte die Lufthansa erstmals seit acht Jahren im Halbjahr ein Minus von 43 Mill. Euro, nach einem Gewinn von 460 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum.

Angesichts der jüngsten Gewinnwarnungen von anderen großen Fluggesellschaften reagierte die Börse dennoch positiv auf die erneuerte Prognose und die im Rahmen der Erwartungen liegenden Zahlen der Airline. Die Papiere der Lufthansa legten zeitweise um mehr als 5 % zu und waren Tagesgewinner im Dax.

Die zweitgrößte Fluggesellschaft Europas hatte im Juni bereits ihre Gewinnprognose drastisch um 25 % bis 30 % reduziert. Das Unternehmen begründete dies mit dem hohen Tarifabschluss der Piloten, steigenden Treibstoffpreisen und der nachlassenden Weltkonjunktur. Unter dieser ungünstigen Kombination leiden derzeit fast alle Luftverkehrskonzerne.

Hoffnung auf stärkeres zweites Halbjahr

Mit den Halbjahreszahlen erfüllte Lufthansa die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt einen operativen Gewinn von 104 Mill. Euro und einen Umsatz von 7,64 Mrd. Euro vorhergesagt hatten. Im üblicherweise schwachen ersten Quartal hatte die Airline bei Erlösen von 3,63 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von nur 5 Mill. Euro erwirtschaftet, im zweiten kletterte das operative Ergebnis auf 100 Mill. Euro. Kley zeigte sich sicher, dass die Lufthansa im traditionell deutlich stärkeren zweiten Halbjahr wieder Boden gut mache. Für die schwächeren Zahlen im Halbjahresbericht hätten auch einmalige Streikkosten von 75 Mill. Euro sowie steigende Entgelte für das Cockpit gesorgt. Die Folgen der Tariferhöhung seien mit 90 Mill. Euro vor allem im ersten Halbjahr verbucht worden.

Die weltweite Konjunkturflaute bekam die Airline erwartungsgemäß im Frachtsektor am deutlichsten zu spüren. Die Umsätze im Cargobereich stiegen nur um 3 %. Die Sparte Catering legte dagegen infolge der erstmaligen Einbeziehung der US-Tochter Sky Chefs um mehr als 86 % zu. Der Passagierverkehr wuchs immerhin um 12,6 % auf rund 5 Mrd. Euro.

Mit dem Verzicht auf unrentable Flüge sowie der Stilllegung von Cargo-Maschinen hat die Airline vor Wochen auf die schwache Wirtschaftslage reagiert. Weitere Kapazitätsstreichungen seien vorerst nicht geplant, sagte Kley. Festhalten werde die Lufthansa auch an ihren Plänen, den neuen Super-Airbus A 380 zu bestellen. Der Vorstand wolle dies dem Aufsichtsrat im September vorschlagen.

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