Betriebsergebnis soll sich mehr als halbieren
Versicherer Axa erwartet Gewinneinbruch

Das Betriebsergebnis des französichen Versicherungskonzerns Axa wird sich in diesem Jahr mehr als halbieren. Die Gruppe erwartet in diesem Jahr ein Netto-Betriebsergebnis von 1,2 Mrd. Euro, nach 2,5 Mrd. Euro im Vorjahr.

cap/cd PARIS/DÜSSELDORF. Damit gab der Versicherungkonzern erstmals nach den Terroranschlängen in den USA vom 11. September eine Gewinneinschätzung für das laufende Jahr ab. Darin seien die Folgen der Terror-Anschläge auf das World-Trade-Center (WTC) mit 0,6 Mrd. US-Dollar berücksichtigt, teilte das Versicherungsunternehmen in Paris mit.

Für das nächste Jahr rechnet Axa mit einem "signifikant besseren" Ergebnis. Die Börse bestrafte die Bekanngabe der Zahlen mit einem deutlichen Abschlag, der Kurs der Aktie gab bis zum Nachmittag mehr als neun Prozent ab.

Ein Händler begründete den Kursverfall mit dem späten Zeitpunkt. "Die Märkte hatten früher mit den Voraussagen für 2001 gerechnet." Als weitere Gründe für das Ergebnis nannte Axa die schlechte wirtschaftliche Lage und die damit einhergegangenen Veränderungen auf den Finanzmärkten.

Axa erklärte, im kommenden Jahr würden sich höhere Prämien positiv auf das Ergebnis auswirken. Seit Anfang vergangenen Jahres stiegen die Prämien vor allem im Industriekundengeschäft an, welches zuvor unter einem lang anhaltenden Margenverfall gelitten habe. Einen Preisschub habe es in diesem Geschäftsfeld nach dem 11. September gegeben. Förderlich für ein höheres Ergebnis sei zudem, dass stärker risikobehaftete Kunden freiwillig ihre Versicherungen gekündigt hätten.

Außerdem werde der Axa-Umsatz im Bereich Lebensversicherung und Altersvorsorge wegen der guten Positionierung in diesem Marktsegment steigen. Dennoch hielt sich der Vorstandsvorsitzende Henri de Castrisse mit seiner Vorausschau für 2002 zurück. "Ich möchte vorsichtig sein", sagte de Castrisse. Unter der Annahme von stabilen Marktbedingungen rechnet der Konzern mit einem Wachstum des Netto-Betriebsergebnisses von 20 %. Die deutsche Axa-Tochter - die Axa-Konzern - erwartet ein deutlich niedrigeres Ergebnis in 2001. Der Jahresüberschuss sinke nach Steuern von 205 Mill. in 2000 auf voraussichtlich 50 Mill in diesem Jahr. Ursache seien neben den bekannten Belastungen von 42 Mill. infolge der Terroranschläge und der ungünstigen Kapitalmarktentwicklung bilanztechnische Maßnahmen. Weil Axa wegen der Unternehmenssteuerreform eine sinkende Steuerbelastung erwartet, löst der Konzern gebildete Rückstellungen für Steuerzahlungen in Höhe von 132 Mill. auf. Diese versteuert der Konzern noch in diesem Jahr, was das Axa-Ergebnis um rund 80 Mill. drückt.

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