Betriebsergebnis um 46 % gesteigert
Eon auf Wachstumskurs

Der Energiekonzern Eon AG hat mit einem Betriebsergebnis von 1,3 Mrd. ? im ersten Quartal 2002 die Markterwartungen um rund 300 Mill. ? übertroffen.

Reuters DÜSSELDORF. Für das Gesamtjahr erwartet Eon in seinem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr und einen durch Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen verursachten deutlich höheren Konzernüberschuss. Beteiligungsverkäufe ließen allerdings den Umsatz im ersten Quartal um 42 % auf 14,4 Mrd. ? sinken. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage im Schnitt den Umsatz bei 15,2 Mrd. ? erwartet.

Wachstumsmotor Energie

Mit gut einer Milliarde Euro machte die Energietochter Eon Energie im ersten Quartal den Löwenanteil am Konzernergebnis aus. Eon begründet den Ergebniszuwachs von 89 % zum einen mit einer verbesserten Lage im deutschen Stromgeschäft. Zum anderen sei die Steigerung auf die Vollkonsolidierungen des im vorigen Jahr übernommenen schwedischen Stromversorgers Sydkraft und der Hamburgischen Heingas zurückzuführen. Vor allem durch Sydkraft erkläre sich der Anstieg des Stromabsatzes um 56 % auf 101,3 Mrd. Kilowattstunden.

Für das Gesamtjahr rechnet Eon zwar angesichts einer weiteren Erholung der Strompreise mit einer neuerlichen Steigerung des Ergebnisses, allerdings nicht mehr in der Größenordnung des ersten Quartals. Konzernchef Ulrich Hartmann hatte im März Strompreiserhöhungen bis zu zehn Prozent angekündigt.

Verkäufe heben das Nettoergebnis

Neben einem eher moderat höheren Betriebsergebnis stellt Eon für 2002 einen bedeutenden Gewinnschub seines Konzernergebnisses in Aussicht. Dieser soll durch Erlöse aus dem Verkauf weiterer Beteiligungen kommen. Auf der Verkaufsliste von Eon stehen unter anderem die Logistik-Tochter Stinnes und das Chemieunternehmen DegussaL.

Für Stinnes wie auch für die noch vorhandenen Beteiligungen in der Telekommunikation wird eine Trennung nach Angaben von Finanzvorstand Erhard Schipporeit innerhalb der nächsten zwölf Monate angestrebt. Zu Degussa wollte sich Schipporeit auf einer telefonischen Analystenkonferenz nicht äußern.

Degussa-Finanzvorstand Heinz-Joachim Wagner hatte am Montag Verhandlungen zwischen E.ON und der RAG (früher Ruhrkohle) bestätigt, bei denen es auch um Degussa gehe. In der Branche wird spekuliert, dass Degussa gegen den Ruhrgas-Anteil der RAG getauscht werden soll. Schipporeit sagte hierzu, bei den Verhandlungen mit der RAG über die Übernahme deren Anteils an Ruhrgas gebe es mehrere Alternativen. E.ON will Ruhrgas übernehmen und damit zu einem führenden europäischen Gasversorger aufsteigen.

Optimismus über Ruhrgas

Schipporeit zeigte sich zuversichtlich, dass Eon die nötige Erlaubnis des Wirtschaftsministers bekommt. Er sei aber nicht optimistisch, dass die Monopolkommission der geplanten Übernahme zustimmen werde. "Wir haben gute Argumente und sind zuversichtlich, eine gute Chance zu haben", sagte er. Das Gutachten der Monopolkommission ist für die vom Finanzvorstand in der ersten Julihälfte erwarteten Entscheidung nicht bindend. Eon braucht für die Ruhrgas-Übernahme eine so genannte Ministererlaubnis, um damit ein Verbot des Bundeskartellamt zu übertrumpfen.

Maximal noch ein US-Zukauf in 2002

Der Eon-Finanzchef dämpfte Erwartungen auf eine allzu schnelle Expansion in den USA. Nach dem Erwerb des Versorgers LG&E (im Zuge der Übernahme der britischen Powergen) werde es in diesem Jahr maximal noch einen Zukauf in den USA geben. Das sei schon aus Gründen der Finanzierung und dem Ziel geboten, die gute Bewertung der Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen nicht zu gefährden. Eon werde die Eingliederung von Powergen und deren in Kentucky ansässiger Tochter LG&E bald nach der Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC in die Wege leiten. Eon rechne mit dem Einverständnis der Behörde im Juni. In den vergangenen Wochen waren in der Branche mehrere US-Versorger im mittleren Westen spekulativ als Kaufobjekte für Eon im Gespräch gewesen.

Die Börse honorierte den Eon-Zwischenbericht mit steigenden Kursen. Gegen den Trend im Dax verbesserte sich die Aktie im Vormittagsverlauf um mehr als einen halben Prozentpunkt.

Am Vortag hatte der Konkurrent RWE AG in seinem Quartalsbericht ebenfalls einen Betriebsgewinn von 1,3 Mrd. ? ausgewiesen, der aber weniger weit über den Markterwartungen lag als der Eon-Gewinn.

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