Betriebsgewinn deutlich gesteigert
BASF glänzt mit neuer Stärke

Europas größter Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal 2002 trotz der weltweit schwachen Konjunktur sein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen deutlich gesteigert und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen.

Reuters LUDWIGSHAFEN. Ausblickend bekräftigte BASF am Donnerstag in Ludwigshafen frühere Prognosen, wonach für das Gesamtjahr 2002 ein Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet wird und ein deutlicher Zuwachs beim Betriebsergebnis. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen soll um mindestens 15 Prozent zulegen. Im dritten Quartal verzeichnete BASF im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutliches Plus von 80,2 Prozent beim Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen auf 591 Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich 550 Millionen erwartet, bei Schätzungen zwischen 341 und 712 Millionen Euro.

"Wir warten nicht passiv auf die wirtschaftliche Wiederbelebung, sondern wir entwickeln die BASF aktiv weiter", erklärte Konzernchef Jürgen Strube. Der Konzern sei finanziell stark und treibe notwendige Strukturmaßnahmen voran. Die BASF hatte im Zuge des Konjunkturabschwungs bereits im Sommer 2001 umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Diese würden greifen, hieß es. Die Nachfrage in den Bereichen Chemikalien, Kunststoffe und Fasern sowie Veredelungsprodukte sei überwiegend stabil. Daher gehe BASF für das Schlussquartal des Jahres von einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einer "beträchtlichen" Zunahme des Betriebsgewinns vor Sondereinflüssen aus.

Zum kommenden Jahr hieß es, BASF sehe sich vor schwierige Aufgaben gestellt. Optimisten sähen für Westeuropa nur ein Wirtschaftswachstum von über zwei Prozent und weltweit von rund drei Prozent voraus. Das Wachstum in der Chemie dürfte darüber liegen, erklärte Strube. Bei einem Krieg im Irak müsse BASF aber wieder mit deutlich steigenden Ölpreisen sowie einem noch stärkeren Druck auf die Gewinnmargen rechnen.

Im dritten Quartal verzeichnete BASF nach eigenen Angaben eine wesentliche Verbesserung im Geschäft bei Chemikalien, Kunststoffen und Fasern sowie Veredelungsprodukten. Alle Unternehmensbereiche bis auf das saisonal schwache Pflanzenschutzgeschäft hätten operativ schwarze Zahlen geschrieben, hieß es. Nach Einschätzung von Experten ist üblicherweise das dritte Jahresviertel im Pflanzenschutzgeschäft das schwächste bei Chemieunternehmen. Sorge bereitet BASF aber der Preisverfall bei Chemieprodukten quer durch alle Bereiche. Mengensteigerungen glichen diesen nur zum Teil aus.

Vor Steuern erwirtschaftete BASF im Zeitraum Juli bis Ende September einen Gewinn von 455 Millionen Euro, ein Plus von 44,4 Prozent binnen Jahresfrist. Unter dem Strich verdoppelte der Konzern den Gewinn nach Anteilen Dritter auf 247 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5,3 Prozent auf 7,581 Milliarden Euro. Der Kursanstieg des Euro zum US-Dollar und dem japanischen Yen sowie die Abwertungen südamerikanischer Währungen hätten sich negativ auf die Erlöse ausgewirkt.

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