Betriebskapital Ende August aufgebraucht
Turbodyne kurz vor dem Konkurs

Dem einst hochgejubelten Hersteller von Technologien zur Abgas-Reduktion droht das Betriebskapital auszugehen. Der Kurs wurde in den USA vom Handel ausgesetzt.

gk/jgo DÜSSELDORF. Ein vorläufiger Höhepunkt des anhaltenden Wertverlustes der Turbodyne-Aktie wurde durch eine heute veröffentlichte Pressemitteilung erreicht. Aufgeschreckt durch die Mitteilung, die Finanzierung sei lediglich bis Ende August des laufenden Jahres gesichert, reagierten Anleger mit panikartigen Verkäufen. Die Aktie verlor 30 %, bevor eine Handelsaussetzung den Kurssturz stoppte. Zuletzt notierte der Wert in Frankfurt bei 1,30 Euro.

Im Gespräch mit Handelsblatt.com sagte Vice Presidennt Cein Fitzpatrick, die Zukunft sehe dennoch "gut aus" für das angeschlagene Unternehmen. Zur Begründung verwies Fitzpatrick auf Interesse der Auto-Branche an der Unternehmenstechnologie. In der Pressemitteilung, die die Krise auslöste, hieß es weiter, das neue Management habe die US-Börsenaufsicht SEC darüber informiert, dass Turbodyne den Verkauf von 8,7 Mill. Aktien im vergangenen Jahr nicht korrekt bei der Aufsichtsbehörde registriert hatte, was einen strafbaren Tatbestand darstellen würde. Im Fall einer Sanktionierung könnten dem Unternehmen die Mittel zur finanzwirtschaftlichen Sicherung der Unternehmensfortführung fehlen.

Fitzpatrick sagte, es handele sich um Probleme, die das frühere Management hinterlassen habe. Die Technologie des Unternehmens sei nach wie vor wertvoll. Er sei optimistisch, dass es noch in den nächsten sechs Monaten zu Verkaufsordern kommen werde. Auf die Frage, ob er überhaupt damit rechne, nächsten Monat noch für das Unternehmen zu arbeiten, sagte Fitzpatrick: "Ja, absolut". Nach seinen Worten haben fünf Automobilunternehmen Interesse an der Turbodyne-Technologie bekundet. Positiv auswirken werde sich zudem eine Allianz mit Honeywell.

Negativ aufgefallen war das Technologieunternehmen erstmals im August 1998, als das New Yorker Brokerhaus Asensio & Co. eine Verkaufsempfehlung veröffentlichte. Asensio hatte behauptet, der amerikanische Turbolader-Hersteller könne kein einziges Patent vorweisen und sei im Besitz einer wertlosen Technologie.

Durch den hiervon ausgelösten Kurssturz halbierte sich der Wert der Aktie binnen weniger Stunden. Betroffen waren auch zahlreiche deutsche Anleger, die der Empfehlung einer TV-Börsensendung blind gefolgt waren und in den Wert investiert hatten.

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