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Betriebsrat: Daimler-Beschäftigte zu Zugeständnissen bereit - aber hohe HürdenDPA-Datum: 2004-06-29 14:17:25

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Beschäftigte der DaimlerChrysler < DCX.ETR > -Werke in Deutschland sind bei der aktuellen Sparrunde des Vorstands zu Zugeständnissen bereit, aber bei einigen Forderungen will der Betriebsrat hart bleiben. Für Gesamtbetriebsrats-Chef Erich Klemm ist eines ganz klar: einen Dammbruch bei der wöchentlichen Arbeitszeit wird es nicht geben. Mehrarbeit über den 35-Stunden-Tarifvertrag hinaus werde es nur gegen Bezahlung geben. Klemm war diese Botschaft wichtig, denn bei Siemens waren erst vor wenigen Tagen für 4000 Beschäftigte an zwei Standorten längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich vereinbart worden. Entsprechend beunruhigt waren viele Daimler-Arbeiter.

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Beschäftigte der DaimlerChrysler < DCX.ETR > -Werke in Deutschland sind bei der aktuellen Sparrunde des Vorstands zu Zugeständnissen bereit, aber bei einigen Forderungen will der Betriebsrat hart bleiben. Für Gesamtbetriebsrats-Chef Erich Klemm ist eines ganz klar: einen Dammbruch bei der wöchentlichen Arbeitszeit wird es nicht geben. Mehrarbeit über den 35-Stunden-Tarifvertrag hinaus werde es nur gegen Bezahlung geben. Klemm war diese Botschaft wichtig, denn bei Siemens waren erst vor wenigen Tagen für 4000 Beschäftigte an zwei Standorten längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich vereinbart worden. Entsprechend beunruhigt waren viele Daimler-Arbeiter.

Doch die Forderung von DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert, die Kosten vor allem im größten Pkw-Montagewerk von Mercedes-Benz in Sindelfingen zu senken, sind für den Betriebsrat ein harter Brocken. In Sindelfingen geht es vor allem um die nächste Generation der C- Klasse, die von 2007 an dort gebaut werden soll. Für den Daimler - Vorstand sind Tarifabschlüsse aus früheren Jahren, wie etwa die Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Stunde sowie Regelungen, schon ab 12.00 Uhr Spätschichtzuschläge zu zahlen, nicht mehr zeitgemäß. Die "totale Auseinandersetzung" wollen weder Vorstand noch Betriebsrat. Hubbert hat die Parole ausgegeben: "Wir müssen auf beiden Seiten auf Dogmen verzichten."

TARIFVERTRAG

Der Betriebsrat hat bei den Verhandlungen am vergangenen Freitag, bei denen es um die DaimlerChrysler-Pkw-Werke mit rund 100.000 Beschäftigten ging, Zugeständnisse angedeutet, die dem Unternehmen eine jährliche Einsparung von rund 180 Millionen Euro bringen würde. Der Betriebsrat brachte den Entgeltrahmentarifvertrag für Arbeiter und Angestellte (ERA) ins Spiel. Die in Deutschland beschäftigten DaimlerChrysler-Mitarbeiter seien bereit, auf 2,79 Prozent Entgeltzuwachs zu verzichten, der ihnen ab 2006 nach Tarifvertrag zustehen würde. Dabei handelt es sich um eine Strukturkomponente, die laut Tarifvertrag für die Angleichung der Arbeiterlöhne mit den Angestelltengehältern vorgesehen ist. Der Betriebsrat machte am Dienstag aber klar, dass es dabei nicht um den Lohntarifvertrag und somit auch nicht um die ausgehandelte Lohnerhöhung geht. Das Geld aus dem Strukturtopf solle aber nur dann geopfert werden, wenn DaimlerChrysler die bestehenden Arbeitsplätze sichert.

Betriebsratschef Klemm, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist, hatte am Dienstag vor 10.000 Daimler - Mitarbeitern in Sindelfingen unterstrichen, dass man in den Flächentarifvertrag nicht eingreifen wolle. Das gelte für den Rest der Steinkühler-Pause wie auch für die Schichtzuschläge. In Baden- Württemberg werden von 12.00 Uhr an Schichtzuschläge von 20 Prozent und von 19.00 Uhr an 30 Prozent gezahlt. In Bremen gibt es erst von 15.00 Uhr an Zuschläge in Höhe von 15 Prozent. Die in Nordwürttemberg/Nordbaden vereinbarte Steinkühlerpause für Akkordarbeiter sei in den Mercedes-Werken im Süden zum Teil schon für die Standortsicherung geopfert worden oder werde zum Teil auch mit Betriebsstörungen verrechnet, heißt es aus Betriebsratskreisen.

Ein Termin für neue Verhandlungen gibt es noch nicht. Vor allem der Frankfurter IG-Metallvorstand schaut mit Argus-Augen auf den DaimlerChrysler-Konzern. Denn was dort passiert, könnte woanders zu einem Dammbruch führen.

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