Betriebsrat stellt Zeitplan in Frage
Siemens-Mitarbeiter demonstrieren gegen Stellenabbau

Die Arbeitnehmer stellten den Zeitplan für eine Einigung mit der Unternehmensführung in Frage.

Reuters MÜNCHEN. "Die Fachkräfte werden morgen wieder fehlen", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eicheler auf der Hauptkundgebung vor der Münchener Konzernzentrale. Siemens gefährde seine eigene Zukunft, wenn es tausende Mitarbeiter nach dem Rasenmäherprinzip rauswerfe, sagte das Aufsichtsratsmitglied unter dem Beifall von 500 Beschäftigten. Er forderte den Vorstand auf, eine Arbeitszeitverkürzung und andere Vorschläge der Gewerkschaften zu prüfen, um die Stellenstreichungen zu verhindern. Bis zu 5 500 Stellen sind nach Angaben der IG Metall bei dem Unternehmen gefährdet. Auch in Berlin, Düsseldorf und an anderen Siemens-Standorten in Nordrhein-Westfalen demonstrierten Mitarbeiter gegen den Arbeitsplatzabbau.

Betriebsrat wirft Management unseriöses Verhalten vor

Der Betriebsrat stellte den Zeitplan für die Verhandlungen um einen massiven Stellenabbau in der krisengeschüttelten Netzwerksparte (ICN) in Frage. Leo Mayer, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des betroffenen Münchener Standorts Hofmannstraße, warf der Geschäftsleitung unprofessionelles Verhalten vor. Informationen für den Betriebsrat würden nur verzögert weitergegeben. Der Betriebsratschef des Standorts, Heribert Fieber, erklärte nach Gewerkschaftsangaben, der angepeilte Termin zur Beendigung der Verhandlungen am 15. Oktober habe für die Gespräche über die Zukunft von 2300 Mitarbeitern "absolut keine Bedeutung".

Ein Siemens-Sprecher sagte am Morgen, das Unternehmen wolle eine Lösung für beide Seiten finden. "Der 14., 15. oder 16 Oktober - das Datum ist nicht wichtig." Siemens will in München 2300 Arbeitsplätze in seiner Netzwerksparte ICN abbauen und hat vorgeschlagen, diese Mitarbeiter in eine Beschäftigungsgesellschaft zu überführen. Die Gewerkschaft lehnt dies ab, da dies der sichere Weg in die Arbeitslosigkeit wäre.

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