Betriebsrat warnt vor Folgen
Scandlines-Fusion wird aufgelöst

Bei der deutsch-dänischen Reederei Scandlines AG in Rostock steht knapp vier Jahre nach der Fusion die Trennung der beiden Anteilseigner ins Haus. Der 1998 zwischen der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee GmbH und der dänischen Scandlines A/S erfolgte Zusammenschluss wird aufgelöst.

HB/ dpa/ Rostock. Darauf verständigten sich nach Angaben des Gesamtbetriebsrates vom Samstag die Deutsche Bahn AG und das dänische Transportministerium. Beide halten jeweils 50 Prozent der Scandlines-Anteile. Ob und welche Folge dies für die rund 2700 Beschäftigte haben wird, ist derzeit noch unklar. "Das hängt ganz von dem neuen Konzept ab", sagte Betriebsratschef Detlef Kobrow der dpa. "Ein Demerger (Fusionsauflösung) birgt aber immer Gefahren." Einen konkreten Zeitplan gebe es noch nicht.

Nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" (Samstagausgabe) soll aber das Ende der Fusion am 16. Mai bei einer Aufsichtsratssitzung in Frankfurt am Main offiziell verkündet werden.

Scandlines ist klarer Marktführer im Ostsee-Fährgeschäft und beförderte im Vorjahr auf 16 Linien rund 20 Millionen Passagiere und 3,5 Millionen Pkw. Von den Scandlines-Beschäftigten arbeiten 1700 in Dänemark und 1000 in Deutschland.

Unternehmenssprecherin Martina Golla-Paap warnte vor voreiligen Schlüssen. Selbst eine veränderte Eigentümerstruktur hätte keine Folgen für die Fährkunden, betonte sie. "Scandlines ist im Fährgeschäft überaus erfolgreich. Darin wird sich auch in Zukunft nichts ändern." Das Linienangebot nach Dänemark, Schweden und in die baltischen Staaten bleibe bestehen. Es werde sogar über eine Ausweitung des Angebotes nachgedacht.

Kobrow betonte, die Situation sei für die Mitarbeiter nicht sonderlich motivierend. "Gerade in der heutigen Zeit, in der Europa zusammenwächst, geht dieses Unternehmen auseinander." Dies sei deprimierend, sagte der Betriebsratschef dem Sender NDR 1 Radio MV. Er warnte davor, ein Auseinanderbrechen könne auch die Position von Scandlines auf dem Markt gefährden. Schließlich träten zwei getrennte Unternehmensteile wieder mit einander in Konkurrenz.

Scandlines ist allein in Deutschland in vier Ostseehäfen mit insgesamt sieben Fährverbindungen vertreten. Auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden (Insel Fehmarn) und Rödby (Dänemark) befördert das Unternehmen jährlich 6 Millionen Passagiere. Im Jahr 2000 erwirtschaftete Scandlines einen Umsatz von 434 Millionen Euro bei einem Nachsteuer-Ergebnis von 21,3 Millionen Euro.

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