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Betriebsrats-Chef Karstadt-Warenhäuser tief enttäuscht: 'Mordswut'

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke, hat sich tief enttäuscht über die Sanierungspläne für die Karstadt-Warenhäuser geäußert. "Wir haben eine Mordswut im Bauch über so viel Unverstand und Misswirtschaft in der Vergangenheit", sagte Pokriefke am Dienstag in Essen. Man sei an einem Punkt angelangt, den die Arbeitnehmer schon vor Jahren vorhergesehen hätten. "Anstatt Investitionen ins Kerngeschäft zu tätigen - nämlich unsere Warenhäuser, wurde in Kaffeehäuser und andere Geschäftsfelder investiert."

dpa-afx ESSEN. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke, hat sich tief enttäuscht über die Sanierungspläne für die Karstadt-Warenhäuser geäußert. "Wir haben eine Mordswut im Bauch über so viel Unverstand und Misswirtschaft in der Vergangenheit", sagte Pokriefke am Dienstag in Essen. Man sei an einem Punkt angelangt, den die Arbeitnehmer schon vor Jahren vorhergesehen hätten. "Anstatt Investitionen ins Kerngeschäft zu tätigen - nämlich unsere Warenhäuser, wurde in Kaffeehäuser und andere Geschäftsfelder investiert."

Pokriefke sagte, dass der Betriebsrat um jede Filiale und jeden Arbeitsplatz kämpfen wolle - "mit sachlichen Argumenten und mit Sachverstand". "Wir wissen, dass wir nicht ohne Schmerzen davonkommen werden." Jedoch müssten alle ihren Beitrag leisten, die Banken, die Eigentümer und die Arbeitnehmer, damit die AG weitergeführt werden könne. "Wir werden prüfen, was für unsere Mitarbeiter machbar ist, was wir an Zumutungen abwehren können und wo wir einlenken müssen." Die Arbeitnehmer hätten bereits in der Vergangenheit Opfer gebracht. So seien Stellen abgebaut worden und Sozialleistungen gekürzt worden. Nach seinen Angaben sollen "Tausende" von Arbeitsplätzen entfallen und "Tausende" aus dem Verbund herausgelöst werden.

Der Betriebsrat wolle nun beweisen, dass die kleineren Filialen auch schwarze Zahlen schreiben könnten. "Wir wollen ganz konkret aufzeigen, wie es besser geht." Man könne schon noch etwas machen. Streiken wäre dabei der falsche Weg. Der Betriebsrats-Chef wies den Banken die Schuld an den Verkaufsplänen für die 77 kleineren Filialen zu. "Es sind die Banken, die den Schnitt wollen." Grundsätzlich seien Fehler in der Strategie und in den Sortimenten für die schwierige Lage verantwortlich.

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