Betriebsteile der NSP auf Schadstoffe überprüft
Behörden schließen ostdeutsche Getreidelager

Nach Entdeckung der Quelle nitrofenverseuchten Getreides haben die Behörden in fast allen neuen Ländern Lager der Norddeutschen Saat- und Pflanzgut AG Neubrandenburg (NSP) geschlossen. Seit 1. Juni würden alle NSP-Betriebsteile in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen überprüft, sagte ein Sprecher des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums am Montag in Potsdam.

WiWo/ap POTSDAM. Bei einer am Montag ausgewerteten Probe seien in der brandenburgischen Filiale in Prenzlau jedoch keine Nitrofen-Rückstände gefunden worden, erklärte der Sprecher. Aus amtlicher Sicht könne der Betrieb damit wieder geöffnet werden. Allerdings müsse dies die ermittelnde Staatsanwaltschaft im mecklenburgischen Neubrandenburg entscheiden.

In Prenzlau unterhält die in Neubrandenburg ansässige NSP Silos zur Getreidelagerung und eine Halle zur Trocknung. Als Quelle der Belastung von Öko-Produkten mit dem Krebs erregenden Pflanzenschutzmittel hatte sich ein NSP-Getreidelager in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern herausgestellt, in dem zu DDR-Zeiten Herbizide gelagert wurden.

Das Brandenburger Landesumweltamt warf den vom Nitrofen-Skandal betroffenen Betrieben Fehler bei der Information der Behörden vor. "Hätten sie uns eher informiert, hätten wir eher eingreifen können", kritisierte der Sprecher. Dann wäre seiner Meinung nach auch der Verdacht gegen den uckermärkischen Hof schneller ausgeräumt worden, der den später verunreinigten Weizen angebaut hatte. "Dass man in dem Fall aber mit Schadensersatzforderungen weiterkommt, glaube ich nicht", sagte er.

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