Betriebsverlust deutlich abgebaut
Karstadt-Quelle veringert Verlust und Umsatz

Der größte europäische Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat wegen Veräußerungserlösen sowie seines Sparprogramms im ersten Quartal seinen Betriebsverlust trotz eines Umsatzrückgangs deutlich mindern können. Dabei übertraf der Konzern die Analysten-Prognosen. Die Karstadt-Quelle-Aktie legte deutlich zu.

Reuters DÜSSELDORF. "Die Geschäftsentwicklung stand unter dem Einfluss eines weiterhin schweren Einzelhandelsumfelds", räumte der Konzern am Donnerstag in Essen ein. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher habe sich 2003 fortgesetzt. Karstadt-Quelle ist anders als der Konkurrent Metro wegen seines hohen Inlandsanteils vom deutschen Markt stark abhängig. Das Restrukturierungsprogramm, das auch einen Personalabbau beinhaltet, sowie Einmaleffekte sorgten aber dafür, dass die Kaufunlust nicht allzu tiefe Spuren in der Bilanz hinterließ. Die Karstadt-Quelle-Aktie stieg bis zum Mittag um 5,23 % Prozent auf 16,10 ?. Analysten sagten, die Zahlen sähen auf den ersten Blick gut aus, seien aber von Einmaleffekten geprägt. Das Zahlenwerk sehe besser aus, als es wirklich sei, sagte etwa Sal. Oppenheim-Analyst Jörg Frey.

Fehlendes Ostergeschäft

Der Umsatz sei in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr auf 3,68 (3,73) Mrd. ? zurückgegangen, teilte der Konzern mit. Anders als im Vorjahr fiel das umsatzstarke Ostergeschäft aber nicht ins erste Quartal. Entsprechend sank der Umsatz der Warenhäuser und Fachgeschäfte bei einem deutlich gestiegenen Betriebsverlust von 104 (Minus 47) Mill. ? um 7,1 % auf 1,6 Mrd. ?. Beim Versandhandel konnte der Konzern den Umsatz um 3,1 % auf 2,02 Mrd. ? steigern. Per Ende April sei im Konzern das Umsatzminus gegenüber dem Vorjahr aber fast ausgeglichen worden.

Thomas Cook belastet

Ein deutliches Umsatzplus wies der Bereich Dienstleistungen aus. Der Umsatz legte hier um 25,2 % auf 324 Mill. ? zu. In diesem Bereich schlugen indes Verluste des Reisekonzerns Thomas Cook zu Buche. Durch einen Fehlbetrag bei Thomas Cook in Höhe von 117,4 Mill. ? lief in der Sparte ein Betriebsverlust von 107 (92) Mill. ? auf. "Ich sehe nicht, dass in den Bereichen, in denen die Musik spielt, der Tunraround geschafft ist", kritisierte ein Analyst.

Restrukturierung greift

Der Betriebsverlust (Ebta) sei im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 35,3 (104,1) Mill. ? verringert worden, erklärte Karstadt-Quelle. Bereinigt um Einmaleffekte von 53 Mill. ? betrage die Ergebnisverbesserung durch Resturkturierungen 16 Mill. ?. Die Einmaleffekte setzten sich hauptsächlich aus Verkaufserlösen aus Pensionsfonds zusammen. Der Rückgang des Betriebsverlusts resultiere auch daraus, dass die im Oktober 2000 begonnene Restrukturierung in allen Bereichen greife, sagte ein Konzernsprecher. So ging die Zahl der Mitarbeiter um 5,1 % auf 101 665 zurück.

Von Reuters befragte Analysten hatten für das erste Quartal im Durchschnitt mit einem Umsatz von 3,722 Mrd. ? gerechnet. Den Betriebsverlust (Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen und Ertragssteuern (Ebta) hatten die Branchenkenner auf 116,57 Mill. ? geschätzt.

Prognosen bekräftigt

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern die Prognose, ein Betriebsergebnis (Ebta) ohne Einmaleffekte von mindestens 250 Mill. ? erwirtschaften zu wollen - wenn sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechterten. Eine weitere Unsicherheit stelle die Lungenkrankheit SARS für die Tourismusbranche dar, hieß es weiter. Ein Analyst einer deutschen Großbank sagte, er gehe davon aus, dass Karstadt-Quelle das Ebta-Ziel erreichen könne. 2002 hatte der Konzern noch einen operativen Gewinn von 294 Mill. ? ausgewiesen. Der Handel fährt traditionell zum Jahresende mit dem starken Weihnachtsgeschäft seine Gewinne ein. Zudem sei man zuversichtlich, dass der Umsatz sich besser entwickeln werde als der vergleichbare Markt, teilte Karstadt-Quelle mit.

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