Beunruhigende Geheimdienst-Informationen
Australien warnt Ausländer in Indonesien

Australien hat nach den Bombenanschlägen auf Bali Drohungen gegen Ausländer vorliegen und daher seine Bürger aufgefordert, Indonesien zu verlassen.

Reuters JAKARTA. Es gebe beunruhigende Informationen über allgemeine Drohungen gegen Ausländer in Indonesien, sagte heute der australische Außenminister Alexander Downer vor dem Parlament. Er berief sich auf Geheimdiensterkenntnisse, nannte aber keine Einzelheiten. Das Auswärtige Amt in Berlin verwies auf Nachfrage auf den bestehenden Sicherheitshinweis, der von unnötigen Reisen nach Indonesien abrät. Die Lage werde laufend überprüft, sagte ein Sprecher.

Australien erweiterte die Warnung auch auf weitere Länder in der Region. Australier sollten demnach von Reisen nach Singapur, Malaysia, den Philippinen, Brunei, Kambodscha und Laos absehen. "Wir raten allen Australiern in Indonesien, die um ihre Sicherheit besorgt sind, die Abreise zu erwägen", sagte Downer. Besonders jene, die sich nur für kurze Zeit in dem Land aufhielten und deren Anwesenheit in Indonesien nicht unbedingt notwendig sei, sollten das Land verlassen. Wie das Auswärtige Amt in Berlin riet auch Downer zu Wachsamkeit und Vorsicht in Indonesien und dazu, Menschenansammlungen zu meiden.

Bei Bombenanschlägen im Touristenzentrum Kuta Beach auf Bali waren am Samstag mehr als 180 Menschen, zumeist ausländische Touristen, getötet worden. Mindestens 30 Australier wurden getötet, möglicherweise über 100. Unter den Opfern ist auch eine auf Bali lebende Deutsche. Im Zuge der Ermittlungen verhörte die indonesische Polizei insgesamt vier Personen. "Ich möchte klarstellen, dass wir noch niemanden verhaftet haben", sagte Polizeisprecher Saleh Saaf auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Zu den Anschlägen hat sich bislang niemand bekannt. Indonesien und die USA vermuten, dass die Anschläge das Werk El Kaidas sind. Die USA machen die Organisation und deren Chef, den Moslem-Extremisten Osama bin Laden, für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden. In Indonesien soll eine Gruppe namens Jemaah Islamiah in enger Verbindung zur El Kaida stehen. Als ihr Anführer gilt der extremistische Geistliche Abu Bakar Bashir, der allerdings jegliche Verwicklung in die Anschläge bestreitet.

Auf den Philippinen explodierten am Donnerstag zwei Bomben im Geschäftszentrum der überwiegend von Christen bewohnten Stadt Zamboanga. Mindestens fünf Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Behörden vermuteten, die Bomben seien das Werk moslemischer Rebellen. Diese kämpfen für einen unabhängigen Moslemstaat im Süden des überwiegend katholischen Landes.

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