Beust beleidigt, SPD sauer
Wahlkampf kommt schließlich doch noch in Schwung

Schließlich kam doch noch Würze in den faden Hamburger Wahlkampf: Ole von Beust sah sich in seiner Bürgermeister-Ehre gekränkt. Mit der Absage eines Fernsehduells kurz vor der Hamburg-Wahl an diesem Sonntag riss der CDU-Spitzenmann die Wahlkämpfer aus ihrem Trott. Die SPD wütete über die "beleidigte Leberwurst". Selbst Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt Beust "partielle Feigheit, Angst und Schwäche" vor.

HB HAMBURG. Bis dahin hatte der Bürgermeister das Zwiegespräch mit seinem Herausforderer Thomas Mirow mehr im Plauderton geführt und bei den beiden ersten gemeinsamen Auftritten sachlich, fast freundlich die Argumente ausgetauscht. Jetzt sei er maßlos von Mirows Doppelstrategie und "Niveaulosigkeit" enttäuscht. Auslöser für seinen Zorn sei ein von den Jusos verteiltes Flugblatt, in dem Beust als "wohl faulster Bürgermeister" hingestellt wird.

Taktisches Kalkül wies Beust zurück. Genau das vermutet aber die Opposition. "Beust drückt sich", wetterte SPD-Landeschef Olaf Scholz. Und Grünen-Spitzenkandidatin Christa Goetsch sieht Beust als "Bürgermeister mit der faulsten Ausrede". Denn der CDU-Mann könne zum Abschluss des Wahlkampfes wenig Interesse an einer weiteren direkten Konfrontation mit Mirow haben. Bei den ersten Talkrunden konnte Mirow sein Image verbessern und sich zunehmend gelöst als kompetenter Politiker präsentieren.

Die CDU-Strategie eines reinen Bürgermeisterwahlkampfs (Slogan: "Michel. Alster. Ole") ist bisher voll aufgegangen. Umfragen sehen Dank Beusts Popularität eine absolute Mehrheit für die CDU. Die SPD liegt dagegen weiter zwischen 29 und 30 %. Die Genossen hoffen darauf, noch zögerliche Wähler mobilisieren zu können.

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