Bevorzugung bei Universitäts-Zulassung zulässig
US-Gericht stärkt Bürgerrechte von Minderheiten

In einer mit Spannung erwarteten Entscheidung hat das höchste US-Gericht am Montag die Bevorzugung von Minderheiten bei der Zulassung an Universitäten grundsätzlich für zulässig erklärt.

HB/dpa WASHINGTON. Die Richter begrenzten jedoch zugleich das Ausmaß, in dem Studenten wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit begünstigt werden können. Viele Experten hatten die anstehende Entscheidung des Gerichts als möglicherweise wichtigste des Obersten Gerichts auf dem Gebiet der Bürgerrechte seit einem Vierteljahrhundert gewertet.

In dem Rechtsfall ging es um die Klagen von zwei weißen Studentinnen, die bei der Bewerbung um einen Studienplatz an der Universität Michigan abgewiesen worden waren. Die eine Klägerin wollte ihr Grundstudium absolvieren, die zweite hatte sich um einen Platz an der juristischen Fakultät bemüht. Beide machten in ihrer Klage geltend, dass sie abgewiesen und gleichzeitig Bewerber ethnischer Minderheiten trotz schlechterer Noten akzeptiert worden seien.

Im Fall der Jura-Anwärterin entschieden die höchsten Richter mit fünf zu vier Stimmen gegen die Klägerin. Sie erklärten die Praxis einer Bevorzugung von Minderheiten bei der Zulassung zu dieser Fakultät für rechtens, da die Regeln vage genug gefasst seien, um widerrechtliche Diskriminierungen der Mehrheit zu vermeiden. Die Fakultät zieht die ethnische Zugehörigkeit bei ihren Zulassungsentscheidungen ins Kalkül, gibt ihr aber kein "spezielles Gewicht".

In dem anderen Fall kamen die Richter mit sechs zu drei Stimmen zum Schluss, dass das von der Universität bei der Zulassung zum Grundstudium angewandte spezielle Punktesystem zur Berücksichtigung ethnischer Minderheiten nicht rechtens sei. Nach diesem System erhielten die Bewerber aus nicht-weißen Gruppen bei der Bewertung ihrer Eignung Extra-Punkte wegen ihres Minderheitenstatus.

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