Bewährtes Konzept aus den USA
Gesalzene Mondfahrt

Einmal Schwerelosigkeit und zurück: Das Space Center Bremen machts möglich.

Laut geht es hier zu. Sehr laut. Es dröhnt und röhrt aus allen Ecken. Und wenn es mal eben nicht lärmt, zucken Blitze, oder es flimmern Bildschirme mit einer Schnittgeschwindigkeit der Bilder, gegen die selbst das Nachmittagsprogramm der Musikkanäle von MTV und Viva wie eine spätabendliche Schlummershow in den Öffentlich-Rechtlichen wirkt. Wer schreckhaft ist, empfindlich auf Dauerlärm reagiert oder grelle Lichtblitze nicht mag, sollte um das Space Center Bremen besser einen Bogen machen. Aber für Astronauten ist ein Flug ins Weltall schließlich auch kein Spaziergang.

Geht es nach dem Wunsch der Betreiber, werden ab dem 12. Februar 1,5 Millionen Besucher pro Jahr zu Raumfahrern. Auf dem Gelände der ehemaligen Weser-Werft Gröpelingen entstand mit dem Space Center Bremen für über 150 Millionen Euro eines der ambitioniertesten Projekte der europäischen Freizeitindustrie. 3D-Shows, actionreiche Fahrten und Illusionen sollen die Besucher in die Geheimnisse des Alls entführen.

Viereinhalb Stunden müssen Besucher nach Meinung von Wolfgang Wilke, Kernphysiker und geistiger Vater des Space Centers, für einen Besuch einplanen. Das ist eine großzügige Planung, zumal die meisten der insgesamt elf Attraktionen ein Erlebnis von wenigen Minuten sind.

Immerhin: Mangelnde Professionalität ist den Betreibern nicht vorzuwerfen: An hilfsbereitem Personal wird ebenso wenig gespart wie am Expertenrat von Trickfilm- und Actionspezialisten aus der ganzen Welt, die an den Attraktionen mitgearbeitet haben. Mit dem "Stargate SG 3000", einem Kino mit Gurtpflicht, setzen die Macher auf ein in den USA bereits erfolgreiches Konzept: Zur Handlung eines Kurzfilms bewegt sich der gesamte Kinosaal. Im Aktionstheater "Star Trek Borg Encounter" entführen optische Spezialeffekte die Besucher in eine vierte Dimension.

Auch der "Galaxie Express", eine durch die Hallen gebaute Achterbahn, sorgt dank Videohelm für Sinnestäuschungen. Ganz kleine Besucher können in einer labyrinthartigen Mondlandschaft krabbeln. Die etwas größeren zielen mit Laserpistolen im "Robot Rescue" auf galaktische Feinde und können hinterher wie am heimischen PC ihren erballerten Punktestand vergleichen.

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