Bewaffnete Polizisten besetzten die Zentrale
Drittgrößte tschechische Bank unter Zwangsverwaltung

dpa-afx PRAG. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat die die Zentrale der Investicni a postovni banka (IPB) gestürmt. Die Polizei setzte einen Beschluss der Nationalbank durch, das Institut unter Zwangsverwaltung zu stellen. Die IPB war in den vergangenen Tagen wegen Spekulationen über ein gewaltiges Defizit in Turbulenzen geraten. Nach einem Kursverlust von mehr als 20 Prozent war die IPB-Aktie am Freitag an der Prager Börse aus dem Handel genommen worden.

Die Reaktion der Nationalbank war auch durch einen Bericht der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" veranlasst. Die Zeitung hatte berichtet, dass Einlagen der IPB möglicherweise auf ein Tochterunternehmen umgeleitet worden seien.

Anleger fordern Geld zurück

Nach einer Meldung der Prager Nachrichtenagentur CTK hatte die Bank in der ersten Wochenhälfte Spareinlagen in Höhe von 23 Mrd. Kronen (1,2 Mrd. DM) verloren. Auch am Freitag hätten zahlreiche Kunden ihr Geld abgehoben. Staatspräsident Vaclav Havel ließ sich am Freitag persönlich vom Leiter der Staatsbank, Josef Tosovsky, informieren.

Finanzminister Pavel Mertlik hatte am Mittwoch gesagt, die Rettung der IPB-Spareinlagen sei "vorrangiges Ziel der Regierung und der Nationalbank". Die japanische Nomura hält seit 1998 die Mehrheit an der IPB. Der Konzern will Zeitungsberichten zufolge jedoch wesentliche Anteile an die Allianz AG und die italienische Großbank UniCredito veräußern.

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