Bewaffnete Provokation
Seegefecht beschäftigt Südkorea und USA

Der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Dong Shin will am Montag mit dem Kommandeur der US-Truppen in seinem Land über das Seegefecht zwischen Süd- und Nordkorea im Gelben Meer beraten.

Reuters SEOUL. Kim Dong Shin werde am Morgen mit Leon LaPorte zusammen kommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. LaPorte befehligt auch die gemeinsamen Truppen der USA und Südkoreas. Am Samstag waren bei dem Gefecht vier südkoreanische Soldaten getötet worden. 19 weitere wurden nach südkoreanischen Angaben verletzt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul sprach von bis zu 30 Opfern auf nordkoreanischer Seite. Es blieb unklar, ob er von Toten oder Verletzten sprach. Beide Seiten wiesen sich gegenseitig die Verantwortung für den Zwischenfall zu.

Das US-Außenministerium hatte das nordkoreanische Vorgehen eine bewaffnete Provokation genannt und die Position des Verbündeten Südkorea unterstützt. Südkoreas Präsident Kim Dae Jung, der am Sonntag zu Gesprächen und zum Endspiel der Fußball-WM nach Japan geflogen war, kündigte stärkere Verteidigungsanstrengungen an. Japan erklärte, die Luftwaffe werde zusätzliche Aufklärungsflüge fliegen. Ein südkoreanisches Kriegsschiff sei gesunken, nachdem von einem nordkoreanischen Patrouillenboot vor der Westküste der koreanischen Halbinsel das Feuer eröffnet worden sei, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Zuvor seien zwei nordkoreanische Schiffe vorsätzlich in südkoreanische Gewässer eingedrungen. In Nordkorea hieß es, die südkoreanischen Schiffe hätten die Seegrenze überquert und das Gefecht begonnen.

Kim hatte den Zwischenfall einen klaren Bruch des Waffenstillstandsabkommens durch Nordkorea genannt. Korea ist seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) geteilt. Beide Staaten haben bislang keinen Friedensvertrag abgeschlossen, zuletzt aber eine Aussöhnungspolitik eingeleitet. Der Norden erkennt die Seegrenze nicht an.

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