Beweise reichten nicht aus
Prozess um Organangebot im Internet geplatzt

Vor dem Amtsgericht im hessischen Homberg ist am Mittwoch der Prozess gegen einen 19-jährigen Russlanddeutschen geplatzt, der eine seiner Nieren über ein Internet-Auktionshaus für 100 000 DM feilgeboten haben soll.

Reuters HOMBERG/EFZE. Weil die Beweislage nicht ausreichend sei, müsse zunächst nachermittelt werden, erklärte Richter Cai-Adrian Boesken. Vermutlich erst in einigen Monaten werde der Prozess dann neu aufgerollt. Nach Einschätzung der Kasseler Staatsanwaltschaft handelt es sich um das bundesweit erste Verfahren wegen eines illegalen Organangebots im Internet.

Das Gericht ordnete die Untersuchung des Computers des Angeklagten durch Experten an. Unter anderem von den so genannten Internet-Protokollen erhofft es sich Aufschluss darüber, ob von dem Computer die umstrittenen Angebote versandt wurden. In den Offerten waren lediglich der Vorname und das Alter des Anbieters angegeben. Zudem wurde potenziellen Interessenten versichert, dass der Organspender gesund sei, nicht rauche und nur selten Alkohol trinke.

Durch das Transplantationsgesetz von 1997 sollte der illegale Handel mit Organen aus Südamerika, aber auch zunehmend aus Osteuropa unterbunden werden. Nach dem Gesetz können Erwachsene für einen Organhandel mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

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