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Bewerbungen für Kulturhauptstadt überreichtDPA-Datum: 2004-07-02 15:10:58

Berlin (dpa) - Mit der Übergabe der Bewerbungsunterlagen von zehn deutschen Städten an das Auswärtige Amt hat am Freitag die heiße Phase im Rennen um die Kulturhauptstadt Europas 2010 begonnen.

Berlin (dpa) - Mit der Übergabe der Bewerbungsunterlagen von zehn deutschen Städten an das Auswärtige Amt hat am Freitag die heiße Phase im Rennen um die Kulturhauptstadt Europas 2010 begonnen.

Alle Städte stellten dabei in kleinen Präsentationen ihre kulturellen Dimensionen und Visionen vor, wobei die Kultusminister und Bürgermeister oft auch von Künstlern oder prominenten Paten unterstützt wurden wie beispielsweise Halle von seinem Ehrenbürger, Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP). An der Präsentation nahm auch Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) teil.

Außerdem bewerben sich Karlsruhe, Potsdam, Bremen, Kassel, Braunschweig, Essen (für das Ruhrgebiet), Görlitz und Lübeck. Für Regensburg sang sich ein 13-jähriger Sopran der Regensburger Domspatzen in die Herzen der Versammlung, und für Braunschweig las der frühere Berliner Kultursenator Christoph Stölzl (CDU) ein Lessing-Gedicht.

Kassel erinnerte an die Kunstausstellung «documenta» als größte internationale Kunstschau, während Essen auf den tief greifenden Wandel der Region als Beispiel für den europäischen Wandlungsprozess hinwies und gleichzeitig mit dem «Essener Otto Rehhagel» warb. Görlitz, das zusammen mit seiner polnischen Nachbarstadt Zgorzelec antritt, will «aus dem Niemandsland das Herz Europas» machen. Lübeck verwies nicht ohne Stolz auf «die größte Nobelpreisträgerdichte in Deutschland».

Genscher, der seine Vaterstadt Halle «mit heißem Herzen» unterstützt, erinnerte daran, wie er 1985 zusammen mit der griechischen Kulturministerin Melina Mercouri die Idee für eine europäische Kulturhauptstadt «durchgekämpft» habe. Mit Anspielung auf die griechische Fußballmannschaft unter Otto Rehhagel meinte er: «Wir haben ja erst jetzt wieder erlebt, was Deutsche und Griechen gemeinsam erreichen können.»

Das Auswärtige Amt übermittelt die Bewerbungen im Herbst 2004 mit der Bitte um Stellungnahme an den Bundesrat, die dieser bis Ende Juni 2005 dem AA zukommen lässt. Deutschland kann für das Jahr 2010 eine oder mehrere Städte vorschlagen. Die letzte Entscheidung über die Nominierung als Kulturhauptstadt Europas 2010 liegt bei einer Expertenkommission der Europäischen Union. In Deutschland hatte zuletzt Weimar 1999 diesen Titel. Im Jahr 2010 wird neben Deutschland auch Ungarn eine Kulturhauptstadt stellen.

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