Bewertungen vieler Papiere momentan günstig
Deutsche Aktien zunächst leichter erwartet

Die deutschen Aktienmärkte werden auch am Mittwoch wegen der politisch unveränderten Situation und der anhaltenden Vorsicht der Anleger leichter in den Handel starten. "Eigentlich ist die Grundstimmung positiv. Dennoch ist mit einer Seitwärtsbewegung im Tagesverlauf zu rechnen, weil die Anleger sehr vorsichtig bleiben werden", sagte ein Aktienhändler.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. Allerdings sei die Bewertungen vieler Papiere momentan günstig. "Wenn die so günstig bleiben, kommt bald deutlich mehr Liquidität zurück in den Markt", hieß es weiter. Das Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz stellte das Barometer vorbörslich um 8.40 Uhr bei 4.453,00 Punkten fest.

Im Mittelpunkt des Handels könnten zunächst die Papiere der Lufthansa und Siemens stehen. Der Dax wird nach der vorbörslichen Berechnung des Handelshauses Lang & Schwarz mit 4457 Punkten in den Handel starten. Die Citibank sieht den Dax vorbörslich bei 4443 Zählern. Am Dienstag hatten die deutschen Standardwerte 0,5 % verloren und bei 4472 Punkten geschlossen. Der Neue Markt, dessen Auswahlindex am Vortag bereits kaum verändert bei 822 Punkten geschlossen hatte, wird Händlern zufolge erneut auf unverändertem Niveau eröffnen.

Die Lufthansa hat am Mittwochmorgen mitgeteilt, bei der Europäischen Union (EU) Beschwerde gegen staatliche Beihilfen für die belgische Fluglinie Sabena eingelegt zu haben. In der vergangenen Woche hatte die belgische Regierung, die die Mehrheit an der Fluggesellschaft hält, einen Überbrückungskredit für Sabena im Volumen von 125 Mill. ? angekündigt.

Außerdem hat die El-Kaida-Organisation des islamischen Extremisten Osama Bin Laden, den die USA für die Anschläge vom 11. September verantwortlich machen, angekündigt, es sei mit weiteren Anschlägen mit gekaperten Flugzeugen zu rechnen. Händler sagten, das sei sehr ernst zu nehmen. Allerdings seien bereits alle Ängste und Befürchtungen im Kurs der Lufthansa eingepreist. Kursrelevant sei die Meldung demnach nicht.

Die Papiere von Siemens werden Händlern zufolge von einigen positiven Aussichten des US-Mobilfunkkonzerns Motorola beflügelt. Motorola hatte zuvor mitgeteilt, im dritten Quartal einen im Rahmen der Analystenerwartungen liegenden Verlust je Aktie von sieben US-Cents erzielt zu haben. Allerdings sei der Mobilfunk-Bereich bereits im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt, was zuvor erst für das vierte Quartal erwartet wurde. "Das wird einen positiven Impuls auf Siemens haben", sagte ein Händler. Siemens steht einem Medienbericht zufolge zudem vor einem weiteren Stellenabbau im Netzwerkgeschäft.

Die Europäische Kommission entscheidet heute, ob gegen den Autokonzern Daimler-Chrysler ein Millionen-Bußgeld verhängt wird. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti wirft dem Stuttgarter Unternehmen vor, es habe billige Reimporte seiner Autos aus dem Ausland verhindert. Volkswagen musste wegen ähnlicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht bereits 90 Mill. Euro Bußgeld zahlen. Nach Informationen des Handelsblatt muss Daimler-Chrysler mit einem Strafgeld von rund 70 Mill. Euro rechnen.

Bei Volkswagen wird über eine weitere Produktionspause nachgedacht. "Falls sich die Vertriebszahlen in den ohnehin etwas schwächeren Wintermonaten nicht wie erwartet entwickeln, könnte man die Arbeitszeitkonten nutzen und vor oder nach Weihnachten Ferien machen. Da haben ohnehin viele Beschäftigte Urlaub eingereicht", sagte der Vorsitzende des VW-Betriebsrats, Klaus Volkert.

Am Neuen Markt gab das Softwareunternehmen Lipro bekannt, das Amtsgericht Charlottenburg in Berlin habe ein Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet. Am Dienstag hatte die Lipro-Aktie bei 13 ?-Cents geschlossen. Der Fotodienstleister Pixelnet senkte seine Umsatzplanung 2001 um 19 %, zeigte sich aber optimistisch, die Planungen für das Ergebnis zu erreichen.

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