Bewertungsreserven deutlich zurückgegangen
Münchener Rück verliert AAA-Rating bei Fitch

Die Münchener Rückversicherung hat ihre Bestnote AAA bei der Ratingagentur Fitch verloren. Angesichts des weiterhin starken aber in diesem Jahr deutlich gesunkenen Börsen- und Beteiligungswertes werde der weltgrößte Rückversicherer mit AA+ und einem stabilen Ausblick statt bislang AAA eingestuft, teilte Fitch am Dienstag in London mit.

Reuters LONDON/MÜNCHEN. Vor allem die Beteiligungen an der Hypo Vereinsbank und der Allianz hätten in den den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 65 Prozent an Wert eingebüßt.

Die im Mai noch mit 14,8 Milliarden Euro angegebenen Bewertungsreserven seien demnach deutlich zurück gegangen. Die Münchener Rück gibt ihre Bewertungsreserven nur einmal im Jahr, zumeist mit der Vorlage des Geschäftsberichts, bekannt. Auf die Herabstufung reagierte eine Unternehmenssprecherin gelassen. "Wir haben ebenso wie andere große Finanzwerte mit dem schwächeren Marktumfeld zu kämpfen, sind aber nach wie vor einer der kapitalstärksten Risikoträger", sagte sie. Mitte September hatte die Agentur Moody's das Rating der Münchener Rück bereits auf Aa1 von AAA gesenkt.

Die Analysten von Fitch führen für ihre Entscheidung neben dem schwächeren Marktumfeld auch Sorgen über die nachhaltige Ertragsposition des Unternehmens an. So bestehe Sorge darüber, ob die Münchener Rück in der Lage sein werde, langfristig besser abzuschneiden als der Gesamtmarkt, was in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen sei. Dennoch habe das Unternehmen bei der für die Assekuranz wichtigen Schaden/Kostenquote - dem Verhältnis von Aufwand für Schäden und Verwaltung zu den Prämieneinnahmen - ihr Ziel von 102 Prozent erreicht. Darin nicht enthalten sind allerdings Belastungen im Zusammenhang mit der US-Tochter American Re sowie den Anschlägen auf das World Trade Center vom 11. September vergangenen Jahres.

Im zweiten Quartal war der Rückversicherer wegen Abschreibungen auf Wertpapiere und Rückstellungen in die roten Zahlen gerutscht. Zusätzlich zu den bereits bekannten Rückstellungen für die defizitäre US-Tochter American Re schrieb der Konzern noch 1,5 Milliarden Euro auf Wertpapiere ab, was die Schwierigkeiten der gesamten Versicherungsbranche in der aktuellen Börsenflaute widerspiegelt. Die Konzerne erzielen ihre Gewinne fast ausschließlich aus den Kapitalanlagen.

Die Aktien der Münchener Rück lagen am Nachmittag in einem insgesamt festeren Gesamtmarkt als größter Dax-Gewinner mit gut 12,5 Prozent im Plus bei 136,40 Euro.

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