Bewohner und Betreuerinnen unter Schock - Löschwasser gefror
Sechs Tote bei Feuer in Altenheim bei Itzehoe

Ein Brand in einem Alten- und Pflegeheim bei Itzehoe hat in der Nacht zum Montag sechs Menschenleben gefordert. Wie die Polizei mitteilte, wurden 25 Personen leicht verletzt. Das Feuer brach gegen 5.25 Uhr in dem Heim in der Ortschaft Reher etwa 15 Kilometer nördlich von Itzehoe in Schleswig-Holstein aus. Die Ursache war zunächst noch unklar, die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein.

ap ITZEHOE. Noch am Vormittag war die Feuerwehr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Notärzte und Rettungsdienste aus dem gesamten Kreis waren im Einsatz. Bei den Opfern handelte es sich um fünf Männer im Alter zwischen 52 und 71 Jahren sowie eine 75-jährige Frau. Sie starben offenbar an Rauchvergiftung. "Das an Weihnachten - wir sind fix und fertig. Das ist schwer zu verkraften", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Frank Raether. Die Bergungsmannschaften wurden von Seelsorgern betreut.

In dem privat betriebenen Heim leben insgesamt 33 Insassen. Zwei waren zum Zeitpunkt des Feuers außer Hause. Die Überlebenden erlitten Rauchvergiftungen und leichte Unterkühlungen. Sie standen ebenso wie die zwei Nachtschwestern unter Schock. Die Patienten wurden - teilweise noch im Nachthemd - aus dem brennenden Gebäude evakuiert. Bevor sie im Rollstuhl in bereitstehende Krankenwagen gebracht werden konnten, musste Sand gestreut werden: Das Löschwasser war gefroren und hatte das Gelände vor dem Gebäude in eine spiegelglatte Fläche verwandelt. Die Menschen wurden zunächst in nahe gelegenen Gebäuden sowie einer Gaststätte untergebracht und später in zwei andere Heime verlegt.

Von dem Heim standen nur noch die Grundmauern. Die frühere Dorfgaststätte bestand aus zwei miteinander verbundenen Gebäuden. Das Feuer brach in einem Teil aus, der ein Reetdach hat. Dort war die geschlossene Abteilung - mit vergitterten Fenstern - untergebracht. Über die Brandursache lagen keine Angaben vor. Spekulationen, eine brennende Kerze könne das Unglück verursacht haben, wurden als unwahrscheinlich bezeichnet. Ein Polizeisprecher sagte, Betreuer hätten im Bereich der geschlossenen Abteilung eine Verpuffung gehört. Sie seien dort hingerannt - zu diesem Zeitpunkt habe ein Teil des Reetdaches bereits lichterloh gebrannt.

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