Beyer muss WBC-Titel abgeben - Sturm verliert WBO-Titel an de la Hoya
Deutsche Boxer verlieren ihre Titel

Der Samstag war kein erfolgreicher Tag für den deutschen Boxsport: Super-Mittelgewichtler Markus Beyer unterlag knapp dem Italiener Cristian Sanavia, während Mittelgewichtler Felix Sturm nach einer umstrittenen Entscheidung seinen WBO-Titel an Oscar de la Hoya abtreten musste.

HB BERLIN. Super-Mittelgewichtler Markus Beyer hat am Samstag seinen Weltmeistergürtel nach Version des World Boxing Council (WBC) verloren. Der 33 Jahre alte Kölner verlor in Chemnitz gegen seinen Herausforderer Cristian Sanavia aus Italien knapp nach Punkten. Für den gebürtigen Sachsen war es im 31. Profikampf die zweite Niederlage.

Mit 2:1 werteten die Punktrichter nach zwölf Runden für den Herausforderer. Beyer wirkte stets gehemmt, nie locker. Der Wahl-Kölner schien konzeptlos, dass sogar sein Trainer in den Ringpausen seinen Schützling verzweifelt anschrieb: «Was ist denn los mit dir, du kannst es doch.» Nach der Niederlage sagte Beyer: «Natürlich bin ich total enttäuscht und fühle mich schlecht.» Zu einem möglichen Ende seiner fast achtjährigen Profikarriere sagte Beyer: «Ich muss mir jetzt wohl ein paar Gedanken machen, ob und wie es weiter gehen soll.»

Derweil konnte auch Mittelgewichtler Felix Sturm seinen Weltmeistertitel der World Boxing Organization (WBO) nicht bestätigen. Der 25-Jährige aus dem Hamburger Universum-Boxstall verlor Samstagnacht in Las Vegas in einem langen Kampf gegen den US-Superstar Oscar de la Hoya. Über zwölf Runden unterlag Sturm einstimmig nach Punkten (115:113). Es war seine erste Niederlage im 21. Kampf.

Sturm und Box-Experten kritisierten das Urteil der Ringrichter. «Jeder weiß, dass ich den Kampf gewonnen habe», sagte Sturm. De la Hoya sei zum Sieger gemacht worden, «weil er einen großen Namen hat». «Es war ein krasses Fehlurteil. De la Hoya hat kaum Treffer gelandet», befand der für das US-Fernsehen kommentierende Klitschko-Coach Emanuel Steward, Mike Tyson («Eine politische Entscheidung») und Sylvester Stallone («Eine Sauerei») schlossen sich an.

Sturm wies deutliche Vorteile in allen Kampfstatistiken auf. 234 von 541 Schlägen Sturms (43 Prozent) trafen ins Ziel, für de la Hoya standen am Ende magere 24 Prozent (188 von 792) zu Buche. Promoter Klaus-Peter Kohl legte umgehend Protest ein: «Zu diesem Urteil fällt mir nichts mehr ein. Wir sind bestohlen worden», sagte er.

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