Bezahlsender einigt sich mit Fox Studios und Dreamworks
Kirch Media verkauft Fußballrechte an Premiere

Der in seiner Existenz bedrohte Bezahlsender Premiere kommt seiner Rettung wieder ein Stück näher. Von der Kirch Media erwirbt das hoch verschuldete Pay-TV die TV-Rechte aller 306 Spiele in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga live.

hps DÜSSELDORF. Diese Übertragungsrechte gehören zu den attraktivsten Programmen, über die der Sender mit derzeit 2,4 Mill. Abonnenten verfügt. Laut Branchenkreisen kosten die Pay-TV-Rechte rund 140 Mill. Euro. Für jeden neuen Abonnenten, der ab Saisonbeginn hinzu kommt, erhält die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zusätzlich eine einmalige "Erfolgsprämie" von 20 Euro. Der insolvente Medienkonzern Kirch Media hatte erst vor eineinhalb Wochen von der DFL die Rechte an der Bundesliga für 290 Mill. Euro erworben.

Mit dem Kauf der Bundesligarechte hat Premiere-Chef Georg Kofler sein vordringlichstes Inhalte-Problem erst einmal gelöst. Allerdings hat der Sender noch keine neuen Spielfilm-Rechte erwerben können. Die Gespräche mit den Hollywood-Studios über Altschulden und künftige Lieferungen von Filmen laufen noch. Kofler bemüht sich bei den US-Majors wie beispielsweise Universal Studios um eine Lösung.

Insider sprechen von einer konstruktiven Atmosphäre. Unternehmensnahe Kreise berichteten gestern, dass eine Einigung mit Fox Studios von Rupert Murdoch und Steven Spielbergs Studio Dreamworks erzielt worden sei. Auch die Hollywood-Studios haben ein großes Interesse daran, dass das Bezahlfernsehen als wichtiger Teil der Wertschöpfungskette erhalten bleibt. Derzeit sucht Insolvenzverwalter Joseph Füchsl mit der Investmentbank Morgan Stanley nach neuen Investoren. Premiere gehört zur Kirch Pay-TV-Gruppe, die bereits Insolvenzantrag gestellt hat.

Frisches Geld ist bei Premiere knapp. Erst im Juni hatte der Sender eine neue Kreditzusage von 100 Mill. Euro erhalten. In den nächsten Tagen werde der Kredit frei gegeben, hieß es bei Premiere. Entlastung kommt auch von Kirch Media. Insider berichten, dass sich Premiere mit Kirch Media geeinigt habe, Altschulden im Bereich einer dreistelligen Millionen-Euro-Bereiches zu streichen.

Unterdessen verhandelt die Pro Sieben Sat 1 Media AG mit Kirch Media über die Erstrechte an der neuen Spielsaison im frei empfangbaren Fernsehen. "Die Gespräche laufen noch", so ein Kirch-Sprecher. Dem angestrebten Abschluss sieht Pro Sieben optimistisch entgegen. "In der nächsten Saison verbessern wir uns beim Preis und in der inhaltlichen Attraktivität", sagte Sprecher Torsten Rossmann. Die Bundesliga-Sendung "ran" wird samstags auf 18 Uhr vorverlegt, zusätzlich erhält der Sender zwei Live-Übertragungen pro Saison. Der Preis für die Bundesliga-Rechte liegt nach Branchenschätzungen unter 100 Mill. Euro.

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