Bezahlung durch eigene Aktien
Qiagen übernimmt US-Biotechfirma Xeragon

Das am Neuen Markt gelistete Biotechnologieunternehmen Qiagen hat die in den USA ansässige Firma Xeragon übernommen und damit ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Mit der neuen Produktlinie will Qiagen bereits im kommenden Jahr einen Nettogewinn von einer Million Dollar erzielen.

Reuters FRANKFURT. Für die komplette Übernahme von Xeragon werde Qiagen etwa 564.000 eigene Aktien ausgeben, die nach dem Kaufvertrag mit rund 8 Millionen US-Dollar bewertet worden seien, teilte Qiagen am Donnerstag mit. Zusätzlich werde Qiagen im Dezember 2003 einmalig 1,2 Millionen US-Dollar in bar oder per Aktienübertragung zahlen, falls dann bestimmte Leistungsziele erreicht worden sein sollten.

Im zweiten Halbjahr 2002 werde die Neuerwerbung noch für einen Nettoverlust von voraussichtlich einer Million Dollar sorgen, hieß es. Doch bereits 2002 solle der Ergebnisbeitrag mit rund einer Millionen Dollar positiv ausfallen. Der Umsatz von Qiagen werde durch die Übernahme von Xeragon in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres um rund eine Million Dollar steigen, im darauffolgenden Jahr um etwa vier Millionen Dollar. Weitere Ergebnis- und Umsatzprognosen aus der Übernahme nannte Qiagen-Sprecherin Solveigh Mahler auf Anfrage nicht.

Xeragon ist noch eine sehr junge Firma: Sie wurde erst im September vergangenen Jahres gegründet und hat im November 2001 ihren Produktionsbetrieb aufgenommen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter. Im November und Dezember seien bei Xeragon Umsätze von insgesamt 130.000 Dollar verzeichnet worden, sagte die Qiagen-Sprecherin. "Natürlich sind weitere Investitionen in die Neuerwerbung erforderlich," sagte Mahler. Deren Höhe bezifferte sie aber nicht.

Mit der Technologie von Xeragon werde Qiagens Produktangebot deutlich erweitert, erklärte Qiagens Vizepräsident für die Geschäftsentwicklung, Ulrich Schriek. Die Xeragon-Technologie lasse sich hervorragend in Qiagens Hochdurchsatz-Verfahren Operon integrieren. "Wir sind sehr beeindruckt von Xeragons eigenen Entwicklungen und von der Tatsache, dass Xeragon bereits über eine beeindruckende Liste von Kundenkontakten verfügt."

Xeragons Geschäftsaktivitäten sollen Teil der Qiagen-Aktivitäten in Germantown im US-Bundesstaat Maryland werden. Bislang ist Xeragon in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama ansässig. Wichtigste Aktivität des jungen Unternehmens ist nach Angaben von Qiagen die Entwicklung einer Technologie zur Herstellung synthetischer Ribonukleinsäure (RNA) und dabei speziell der so genannten siRNA (small interfering RNA). Mit Hilfe der von Xeragon entwickelten Technologie sei es möglich, gezielt einzelne Gene in lebenden Zellen auszuschalten.

Ursprünglich wurde diese Technologie vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt, das das Verfahren jedoch lizenziert. Insgesamt hätten vier Biotech-Unternehmen Lizenzen für dieses Verfahren, sagte Qiagen-Sprecherin Mahler, darunter der US-Biotech-Konzern Amgen. Allerdings können jetzt lediglich Qiagen die siRNA kostengünstig mit Hilfe seines Hochdurchsatz-Verfahrens Operon herstellen.

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