Beziehungen sollen gemeinsam neu definiert werden
Serbien lehnt Montenegros Unabhängigkeit ab

dpa BELGRAD/PODGORICA. Ein neues Unabhängigkeitskonzept der Regierung in Montenegro stößt bei der größeren jugoslawischen Teilrepublik Serbien auf Ablehnung. Die serbischen Reformpolitiker um den designierten Regierungschef Zoran Djindjic wollen stattdessen veränderte Beziehungen innerhalb der international anerkannten Bundesrepublik Jugoslawien, berichtete die Nachrichtenagentur Beta.

Diese Lösung sei am wenigsten risikoreich, während alles andere ein "gefährliches Spiel" wäre, sagte Djindjic am Freitag. Die mit der Regierungsbildung in Serbien beauftragte demokratische Koalition DOS wollte am Freitagabend eine Dringlichkeitssitzung ihrer Führungen einberufen, um über die montenegrinische "Plattform" zu diskutieren.

Montenegros Volkspartei verließ unter Protest die Regierungskoalition

Das Konzept war am Donnerstag auch von der in Montenegro mitregierenden Volkspartei (NS) abgelehnt worden, die aus Protest die Regierungskoalition "Damit wir besser leben" verließ. Der am Donnerstagabend verabschiedete Plan sieht die Selbstständigkeit und internationale Anerkennung der Unabhängigkeit der beiden jugoslawischen Teilrepubliken vor. Erst danach könnte sich ein Staatenbund mit beschränkter zentraler Macht bilden. Montenegro solle ein eigene Armee bekommen und eine eigenständige Außenpolitik gestalten.

Dagegen bietet Serbien, unterstützt vom jugoslawischen Präsident Vojislav Kostunica, Montenegro eine gemeinsame Neudefinition der Beziehungen auf der Grundlage der Verfassung und der internationalen Anerkennung Jugoslawiens an. Sollte Montenegro dies ablehnen, werde Serbien jede Entscheidung der kleineren Teilrepublik annehmen, solange sie auf gesetzlichem und verfassungmäßigem Wege zu Stande kommt, sagte Djindjic.

Der Politiker schloss einen Armeeeinsatz gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Regierung Montenegros aus und setzte sich für einen Kompromiss ein. NS-Präsident Dragan Soc hat wegen der Regierungskrise vorgezogene Parlamentswahlen gefordert.

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