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BGH untersagt Post-Beteiligung an Transoflex - Post verkauft Anteil

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Beteiligung der Deutschen Post und die geplante Übernahme des Arzneimittellieferdienst es Transoflex untersagt. Das gab der BGH am Dienstag bekannt.

dpa-afx KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Beteiligung der Deutschen Post und die geplante Übernahme des Arzneimittellieferdienst es Transoflex untersagt. Das gab der BGH am Dienstag bekannt. Die Entscheidung setzt den Schlusspunkt unter einen sieben jährigen Rechtsstreit, der begann, nachdem die Behörde den Einstieg der Post aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt hatte. Dem Urteil folgend wird die Post den 24,8-prozentigen Anteil verkaufen.

Die Post hatte sich 1997 mit 24,8 Prozent an Transoflex beteiligt. Das Bundeskartellamt hatte die Beteiligung damals untersagt, den Vollzug ihrer Entscheidung allerdings ausgesetzt, um das Unternehmen nicht zu gefährden. Klagen der Post gegen die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde scheiterten bereits vor unteren Instanzen.

2001 wollte die Post von der Bayernfinanz die verbleibenden 75,2 Prozent übernehmen. Mit der letztgültigen Entscheidung des BGH wurde die Übernahme sowie die Beteiligung untersagt.

Mit Blick auf eine mögliche Niederlage beim BGH habe die Post schon im Vorfeld Gespräche über die Abgabe der 75,2 Prozent der Bayernfinanz geführt, sagte ein Postsprecher. Nach dem endgültigen Verbot der Beteiligung würden die 24,8 Prozent, die der Post bereits gehören, mit in die Verhandlungen aufgenommen. Es sei gut möglich, dass Transoflex en bloc verkauft werde, sagte der Sprecher. Unter Zeitdruck stehe die Post allerdings nicht.

Als Interessenten für den Zwangsverkauf gelten in der Presse allem amerikanische Finanzinvestoren. Als Kaufpreis wird etwa 200 Mill. Euro gehandelt.

Die Kooperation mit Transoflex wolle die Post auch nach der Entflechtung fortführen, sagte der Sprecher. Ob die Post parallel einen Konkurrenten zu Transoflex aufbaue, sei noch nicht entschieden. "Es liegen einige Pläne in der Schublade", sagte er.

Transoflex gilt wegen des kombinierten Transports von Paletten und Paketen als interessantes Nischengeschäft. Mit einem Jahresumsatz von 396 Mill. Euro und einem Vorsteuerergebnis von etwa 27 Mill. Euro liegt die Rendite höher als in den meisten anderen Teilen der Branche.

Mit dem Misslingen der Übernahme verliert die Post damit den Einfluss auf ein wichtiges Nischengeschäft, sagte Jacqueline Lerique von der BNP Paribas. Eine Alternative zu Transoflex für den kombinierten Transport von Paletten und Paketen hätten die Bonner bisher noch nicht. Allerdings könnte die Post sich den Käufer aussuchen und verhindern, dass Konkurrenten wie United Parcel Service (UPS) oder die TNT Post Group (TPG) in diesen Markt einsteigen.

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