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Bielefeld feiert den Rekordaufsteiger

Bielefeld (dpa) - Eigentlich sind Aufstiegsfeiern in Bielefeld längst Routine, doch die Begeisterung war fast so groß wie beim 1. Mal. 10 000 Fußball-Fans bereiteten ihren Liebligen einen euphorischen Empfang und verwandelten danach die Altstadt in eine riesige Partyzone.

Besonders die T-Shirts mit dem Aufdruck «Rekordaufsteiger» fanden reißenden Absatz. Auch NRW-Sportminister Michael Vesper machte aus seiner Freude über den siebten Bundesliga-Einzug der Ostwestfalen keinen Hehl: «Als der auch für das Bauwesen zuständige Minister werde ich eine Verfügung erlassen, in der steht, dass bei Fahrstühlen der Knopf, der nach unten zeigt, zu entfernen ist.»

In das Gelächter über den scherzhaften Vorschlag des bekennenden Arminia-Fans mischte sich auch Nachdenklichkeit. Alle wissen: Von nun an ist das Eis wieder dünner. Weil dem Club enge finanzielle Grenzen gesetzt sind, wird das Unternehmen Bundesliga einmal mehr zu einem Abenteuer. «Natürlich wird alles etwas entspannter. Immerhin können wir mit 14 Millionen Euro mehr an Umsatz planen. Teure Transfers wird es allerdings auch weiterhin nicht geben», warnte Geschäftsführer Thomas von Heesen vor allzu großen Erwartungen.

Vor allem aus finanziellen Gründen ist der Aufstieg ein Glücksfall. Noch im Oktober hatte die Vereinsführung den Spielern notgedrungen das Gehalt gekürzt. Nun sollen der einbehaltene Lohn und sogar eine zusätzliche Prämie in Höhe von rund 400 000 Euro ausgezahlt werden. Ziel des Vereins bleibt aber auch in der ersten Liga die finanzielle Konsolidierung. «Dort könnten wir die Kirch- Krise binnen eines Jahres bewältigen und die Arminia langfristig auf eine gesunde Basis stellen», sagte Präsident Hans-Hermann Schwick.

Kostengünstige und wenn möglich ablösefreie Profis mit Bundesligaerfahrung stehen auf dem Wunschzettel der Arminia-Bosse weit oben. Markus Schroth (1860 München), Tobias Willi (SC Freiburg) und Markus Daun (Werder Bremen) werden rund um die Bielefelder Alm als mögliche Kandidaten gehandelt. Mit Marcio Borges und Petr Gabriel sollen die Verträge verlängert werden. «Ab heute geht die Arbeit richtig los», sagte von Heesen kurz vor dem Ende einer turbulenten Saison mit vielen Rückschlägen.

Vor allem einer genoss die Aufstiegsfeier in vollen Zügen: Uwe Rapolder, der Vater des Erfolges. Trotz einer 30-Meter-Flucht in bester Sprinter-Manier konnte er der obligatorischen Bierdusche nicht entkommen. «Nach 14 Monaten Arbeitslosigkeit ist das eine besondere Genugtuung für mich», bekannte der Arminen-Coach, der am 1. März die Nachfolge des glücklosen Benno Möhlmann angetreten hatte. Obwohl er in der kommenden Saison in der Bundesliga Neuland betritt und von nun an mit reichlich Gegenwind rechnen muss, ist ihm vor der schwierigen Aufgabe nicht bange: «Das traue ich mir zu. Weil ich glaube, die fachlichen Voraussetzungen dafür mitzubringen.»

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