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Bielefeld schlägt HSV im „Schicksalsspiel“

Der Hamburger SV hat gegen die auswärtsstarke Arminia aus Bielefeld seine sechste Saison-Niederlage kassiert und wird das nächste Spiel in Dortmund wohl nicht mehr mit seinem umstrittenen Trainer Klaus Toppmöller bestreiten.

dpa HAMBURG. Der Hamburger SV hat gegen die auswärtsstarke Arminia aus Bielefeld seine sechste Saison-Niederlage kassiert und wird das nächste Spiel in Dortmund wohl nicht mehr mit seinem umstrittenen Trainer Klaus Toppmöller bestreiten.

Nach starkem Beginn gingen die verunsicherten Hanseaten mit 0:2 (0:0) gegen die konterstarken Ostwestfalen unter. Bei ihrem dritten Saisonsieg auf fremden Plätzen nutzte der Aufsteiger die Abschluss-Schwäche der offensiv ausgerichteten Toppmöller-Elf und kam durch Patrick Owomoyela (57.) und Delron Buckley (65.) zu seinen Treffern.

"Ich hoffe, dass der Vorstand jetzt cool bleibt und ich meinen Job weiter machen kann. Wir haben alles probiert. Am Ende fehlten die spielerischen Feinheiten", sagte Toppmöller, der einen Rücktritt ausschloss. Die Club-Führung wollte unmittelbar nach Spielende keine Entscheidung mitteilen. "Die Niederlage wirkt tief. Ich beantworte nur Fragen zum Spiel", sagte der sichtlich nervöse Sportchef Dietmar Beiersdorfer und blockte alle Fragen nach der Zukunft des Trainers ab. Noch am Abend traf sich der Vorstand zur Beratung. Ergebnis: Die Entscheidung über Toppmöllers Zukunft wird am Sonntag bekannt geben.

"Wir haben mit ihm zusammengesessen, werden aber unter dem Eindruck des Spiels keinerlei Entscheidung treffen", berichtete der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. "Wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen. Das Spiel war für uns alle enttäuschend", ergänzte Hoffmann.

Vor 44 903 Zuschauern in der AOL-Arena, deren Mehrheit am Schluss bitter enttäuscht reagierte, begann der HSV mit neuer taktischer Ausrichtung munter. Durch den Ausfall von Raphael Wicky (Wadenblessur) und Ex-Armine Bastian Reinhardt (Oberschenkelzerrung) rückten Stephan Kling und Offensiv-Allrounder Sergej Barbarez in die Vierer-Abwehrkette. Für den Bosnier spielte Neuzugang Almami Moreira hinter den Spitzen und zeigte in seinem erst vierten Spiel gute Ansätze. Der quirlige Portugiese suchte mit seinen Pässen besonders Emile Mpenza, mit dem er schon bei Standard Lüttich zusammenspielte.

Der schnelle Belgier, dem bislang erst ein Tor für seinen neuen Verein gelang, hatte dann auch die hochkarätigen Chancen: Bereits in der 2. und 5. Minute hatte der Ex-Schalker das Führungstor auf dem Fuß. Chancen fast im Minutentakt vergaben zudem Naohiro Takahara (4./37.), Daniel van Buyten (9.) und Christian Rahn (38./63.).

Die Abschluss-Schwäche der Hanseaten eröffnete den Ostwestfalen Kontermöglichkeiten par excellence. So hatte Ervin Skela, den Toppmöller im Sommer gern verpflichtet hätte, zwei gute Möglichkeiten zum Gegentreffer (25./26.). Keeper Martin Pieckenhagen mit den Fäusten und dann van Buyten auf der Linie konnten jedoch abwehren. "Der HSV hat zunächst wie entfesselt aufgespielt. In der Pause habe ich meine Mannschaft zur Ordenung gerufen und am Ende war für uns noch mehr möglich gewesen", meinte Arminen-Trainer Uwe Rapolder.

Je länger die Partie dauerte, desto verunsicherter wirkten die angeschlagenen Hamburger und je resignierter schien sich Toppmöller seinem "Schicksalsspiel" zu ergeben. Der gebürtige Hamburger Owomoyela nutzte nach einer Skela-Ecke seine Chance, Pieckenhagen bekam den Ball erst hinter der Linie zu fassen. Nur acht Minuten später konterte die Arminia die sonst so heimstarken Norddeutschen klassisch aus. Buckley ließ Pieckenhagen beim 0:2 keine Abwehrchance.

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