Bierhoff: „Traumhaft schön“
„Miro Miracle" schwebt weiter über allem

Das WM-Märchen des Miroslav Klose geht weiter - und ein Happy End rückt zumindest für ihn persönlich immer näher. Drittes Spiel, fünftes Tor, und als Initialzündung des Spiels die brillante Vorbereitung beim Führungstor von Marco Bode - mehr geht kaum.

dpa SHIZUOKA/JAPAN. Trotzdem hob "Miro Miracle" auch nach dem Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft nicht ab. "Der Trainer hatte gesagt, ich muss mich selber belohnen", bemerkte der Matchwinner nach dem 2:0-Erfolg gegen Kamerun am Dienstag bescheiden in Anspielung auf Rudi Völlers Worte zu seinem 24. Geburtstag zwei Tage zuvor.

Der fünfte Kopfballtreffer bescherte ihm in Shizuoka wieder die alleinige Führung in der WM-Torschützenliste vor dem Dänen Jon Dahl Tomasson. Dessen vierten Treffer wenige Stunden zuvor am Nachmittag beim 2:0 von Dänemark gegen den entthronten Weltmeister Frankreich hatte der junge Lauterer gar nicht mitbekommen. "Ich hatte mich ein bisschen ins Bett gelegt und kein Fußball im Fernsehen geschaut", berichtete der zum "Spieler des Spiels" gewählte Klose: "Ich denke nicht an den Torschützenkönig, Fußball ist ein Mannschaftssport."

Das bewies Klose gegen Kamerun par excellence. Sein geniales Solo gegen drei Gegenspieler mit dem anschließenden "tödlichen" Pass auf den eingewechselten Bode freute ihn "fast noch ein bisschen mehr" als der eigene Erfolg. Den Geistesblitz hob auch Völler besonders hervor. "Noch schöner als sein Kopfballtor war die Vorbereitung des 1:0", meinte der Teamchef.

"Klose wird hier richtig zum Star, der ist ja brandgefährlich", meinte Bundesinnenminister Otto Schily auf der Tribüne beeindruckt. Hinten ist Torwart Oliver Kahn der Erfolgsgarant, im Angriff dagegen richtet sich das Team immer mehr an dem 24 Jahre alten Jungstar auf, der gegen Kamerun nach der Pause in Unterzahl den Alleinunterhalter im deutschen Angriff spielte. Sogar die Sturmkonkurrenten zollten dem jungen Kollegen höchsten Respekt. "Sicherlich ist es für ihn traumhaft schön. Mehr als sein Tor hat mich gefreut, wie er das erste vorbereitet", meinte Oliver Bierhoff. "Die fünf Tore sprechen für sich, da braucht man nichts mehr zu sagen", stellte Carsten Jancker fest.

Der mit jedem Treffer wertvollere und inzwischen angeblich auch vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin umworbene Torjäger selbst dachte nach dem Vorstoß ins Achtelfinale zunächst nur an das nächste Kapitel in seinem WM-Märchen: "Wir dürfen jetzt nicht vom Viertelfinale oder Halbfinale träumen, sondern nur von Spiel zu Spiel denken", forderte Klose.

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