Bieter haben sich ein Bild von der Strategie der Konkurrenten gemacht
Tempo bei UMTS-Auktion beschleunigt sich

Bei der Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen haben die sieben Bieter nach Angaben aus Branchenkreisen die erste abtastende Auktionsphase abgeschlossen.

Reuters MAINZ. Bei der Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen haben die sieben Bieter nach Angaben aus Branchenkreisen die erste abtastende Auktionsphase abgeschlossen. Mittlerweile hätten sich die Bieter ein Bild von der Strategie der Konkurrenten gemacht, hieß es am Donnerstag in den Kreisen in Frankfurt. Sichtbar sei dies daran, dass die Auktionsrunden in Mainz schneller als an den ersten drei Tagen abgeschlossen würden. Die Phase des gegenseitigen Abtastens sei wohl vorbei, hieß es. Nach der 45. Versteigerungsrunde lagen am Donnerstagmittag für die zwölf zur Versteigerung stehenden Frequenzblöcke Gebote über 6,45 Mrd. DM vor. Am Mittwochabend war die 34. Runde mit Geboten über 4,8319 Mrd. DM zu Ende gegangen.

Ein Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post als Auktionator der neuen Mobilfunklizenzen sagte, die Bieter hätten die Schlagzahl erhöht. Gegen Mittag schlossen die anderen Bieter auch zu dem lange bestehenden höchsten Gebot von Mobilcom/France auf, die zuvor mit einer Summe von jeweils 501 Mill. DM für die Frequenzblöcke Vier und Fünf lange in Führung gelegen hatten. Die einzelnen Gebote für die zwölf gleichwertigen Frequenzblöcke lagen bis zum Mittag zwischen 518,5 und 570,4 Mill. DM, wobei das höchste Gebot wiederum von Mobilcom/France stammte.

Die zunächst von Mobilcom/France aufgelegte Messlatte sei gefallen, beschrieben Branchenkreise den Stand bei der Auktion. Es sei jetzt wieder mit einem richtigen Versteigerungswettbewerb zwischen den Bietern zu rechnen.

Für den Ausgang der Auktion sind die jüngsten Höchstgebote allerdings ohne Relevanz, da noch immer sieben Bieter in der Versteigerung aktiv sind. Maximal können nur sechs Unternehmen erfolgreich sein, da zwölf Frequenzblöcke versteigert werden und zwei davon für eine Lizenz benötigt werden. In der Branche wird aber ohnehin ein Bietergefecht erwartet, da alle Unternehmen Interesse an einer UMTS-Mobilfunkfrequenz mit drei Blöcken Frequenzausstattung gezeigt haben. Dann könnten höchstens vier Unternehmen eine Dreier-Lizenz ersteigern. Das Bieten für drei Blöcke deutet daher gleichzeitig auch auf einen eher längeren Auktionsverlauf hin. Die Auktion endet, wenn kein neues Höchstgebot für einen der zwölf Blöcke mehr vorliegt.

In den Branchenkreisen hieß es weiter, Bietstrategie der Unternehmen sei es, Gebote der Konkurrenten lediglich um den vom Auktionator vorgeschriebenen Mindestsatz von zehn Prozent zu übertreffen. Diese Strategie hätten alle Bieter an den vergangenen drei Versteigerungstagen verfolgt, was nun jedem Konkurrenten klar sei. Nach Kenntnis dieser Strategie könnten nun die Versteigerungsrunde schneller absolviert werden. Die Bieter sind bei der Auktion in einer ehemaligen Kaserne in Mainz streng voneinander abgeschottet.

Um die UMTS-Lizenzen (Universal Mobile Telecommunications System) konkurrieren sieben Bietergruppen: Die vier bereits im deutschen Mobilmarkt aktiven Anbieter D-1 Telekom, D-2 Mannesmann mit Mehrheitsaktionär Vodafone (Großbritannien), E-Plus mit seinen Partnern KPN (Niederlande), Bell South (USA), Hutchison Whampoa (Hongkong) und NTT DoCoMO (Japan) sowie Viag Interkom mit seinen Gesellschaftern E.ON, British Telecom und Telenor (Norwegen). Weiterhin bietet ein Konsortium aus France Telecom und Mobilcom, Swisscom und ihre Tochter Debitel sowie das Konsortium 3G von Sonera (Finnland) und Telefonica (Spanien).

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