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Bieterpoker: Berlin hofft auf mehr Geld

Die überraschende Ankündigung einer US- Investorengruppe, die Bankgesellschaft Berlin übernehmen zu wollen, hat die Bieterkonkurrenz um das angeschlagene Institut angeheizt.

dpa BERLIN. Politiker aller Fraktionen erhoffen sich davon eine Entlastung der stark belasteten Berliner Haushaltskasse. Der Senat freute sich am Freitag über die Ankündigung, dem Land bald eine offizielle Offerte vorlegen zu wollen. Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Finanzen betonte aber, Berlin sei weiter mit anderen Interessenten sowohl aus dem privaten als auch öffentlich-rechtlichen Bereich in Verhandlungen. Neben der NordLB und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wird unter anderem der Landesbank Baden-Württemberg und der Hamburger Sparkasse (Haspa) ein Interesse nachgesagt.

Investmentbanker Flowers hatte am Donnerstag angekündigt, eine Investorengruppe mit mehreren Banken wolle die Mehrheit an der Bankgesellschaft übernehmen und dem Land Berlin ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Dabei sollen die Forderungen des Senats erfüllt werden: Die Bankgesellschaft bleibt ein Institut mit Sitz in Berlin, niemand werde gegen seinen Willen entlassen, das Land Berlin werde entlastet.

Flowers hatte vor anderthalb Jahren zusammen mit Banken wie UBS, ABN-Amro, Citibank und Nova Scotia sowie der Investmentsparte von General Electric die heutige Shinsei Bank in Japan übernommen (früher Long Term Credit Bank). Heute ist er deren Direktor. Welche Institute sich bei dem Angebot um die Bankgesellschaft beteiligen wollen, steht noch nicht genau fest.

Die Sparkassen nahmen den Vorstoß der Amerikaner gelassen. "Wir führen weiter intensive Gespräche", sagte DSGV-Sprecher Stefan Marotzke. Der Verband bemühe sich weiter um die Sicherung der öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Berlin. Den Erhalt der Sparkassen-Funktionen forderten Politiker von CDU, Grünen und der PDS.

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