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Bieterstreit um DSM

Um die Werbefirma Deutsche Städte-Medien (DSM) GmbH zeichnet sich ein Bieterstreit großer internationaler Konkurrenten ab.

Reuters FRANKFURT. "Derzeit läuft ein Privatisierungsverfahren bei Sal. Oppenheim, das aber noch nicht abgeschlossen ist", sagte Wolf Niederwipper, Mitglied der DSM-Geschäftsführung. Es werde in zwei Wochen eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung geben, bei der eine Entscheidung über den Verkauf gefällt werden solle. Er räumte ein, dass bereits Angebote für DSM vorliegen, wollte sich jedoch nicht näher dazu äußern.

Im Falle eines Verkaufs sei spätestens bis Oktober mit einer endgültigen Entscheidung bei der Gesellschafterversammlung zu rechnen.

Zuvor hatte Reuters aus Branchenkreisen erfahren, dass die US-Gesellschaften Clear Channel und Viacom sowie die französische JC Decaux sehr wahrscheinlich schon bald ein Angebot zur Übernahme der auf Außenwerbung spezialisierten DSM vorlegen.

JC Decaux bestätigt Interesse

Die im Familienbesitz befindliche JC Decaux bestätigte indes ein Interesse zumindest an einem Ausbau ihrer schon bestehenden Kooperation mit DSM. "Wir wollen unsere derzeitige Partnerschaft mit DSM ausbauen", sagte JC Decaux-Co-Chef Jean-Francois Decaux im Gespräch mit Reuters. "Wir würden für sie im Falle einer Privatisierung (von DSM) ein geeigneter Partner sein."

Von Clear Channel war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Finanzchef Randall Mays hatte allerdings in dieser Woche bei einem Investoren-Treffen bei der Deutschen Bank gesagt, dass für Clear Channel zunächst die Beibehaltung des Kreditratings im Vordergrund stehe. Daher seien derzeit keine größeren Akquisitionen geplant. Aus Kreisen nahe des Unternehmens hieß es allerdings, es dürfte Clear Channel schwer fallen, sich aus dem Bieterstreit um DSM herauszuhalten. "Da Clear Channel in den USA fast keine Möglichkeiten mehr hat, scheint es plausibel, dass sie sich in Europa umschauen werden", sagte ein Branchenkenner.

Viacom wollte sich nicht zu dem möglichen Bieterstreit äußern.

Wachstumspotenzial in Deutschland

DSM wurde in den 20er Jahren gegründet und befindet sich nach eigenen Angaben im Besitz von 28 deutschen Städten und Gemeinden. Allein auf rund 32.000 Großflächen hat die DSM in Deutschland Werbung platziert. Branchenkenner gehen aus, dass DSM rund 400 Millionen Euro wert ist, rund zwei Mal so viel wie ein Jahresumsatz des Unternehmens. Ein Bieterstreit könnte aber einen erheblichen Aufschlag auf den Unternehmenswert mit sich bringen, heißt es.

Derzeit hat DSM nach Einschätzung von Industriekreisen einen Anteil am deutschen Markt für Außenwerbung von 30 Prozent und ist demnach in diesem Bereich weltweit der fünftgrößte Anbieter. Der Anteil von Außenwerbung an den gesamten Werbeausgaben in Deutschland beträgt rund drei Prozent, während es in Frankreich rund zehn Prozent sind, heißt es in Industriekreisen. Daher habe Deutschland ein erhebliches Wachstumspotenzial in dem Bereich. Vom 20 Milliarden Euro schweren Weltmarkt für Außenwerbung entfallen auf Deutschland weniger als eine Milliarde Euro.

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