Bieterverfahren
Bankgesellschafts-Investoren erwägen Rückzug

US-Investoren erwägen Finanzkreisen zufolge einen Rückzug aus dem Bieterverfahren zur Bankgesellschaft Berlin, sollte das Land Berlin nicht rasch entscheiden. "Wenn bis zum Frühjahr nichts passiert, dann muss man das Engagement überdenken", hieß es am Donnerstag in mit dem Verfahren vertrauten Kreisen.

Reuters BERLIN. Die Investoren seien zum Teil verärgert, dass sich der Senat als Mehrheitsaktionär so viel Zeit mit der Entscheidung lasse. Ein Sprecher der texanischen Investmentgesellschaft Lone Star sagte, in der bevorstehenden zweiten Phase der Unternehmensprüfung der Bankgesellschaft (Due Dilligence) sei ein tieferer Blick in den Datenraum der Bank notwendig. Bei der Investorengruppe BGB Capital Partners hieß es, der Senat könne auf Grund der vorliegenden Unterlagen bereits jetzt über den Verkauf der Bankgesellschaft entscheiden.

Das Land Berlin hält rund 81 Prozent der angeschlagenen Bank und hatte vor zwei Wochen angekündigt, das Bieterverfahren um die Übernahme der Bankgesellschaft "zunächst" auf Lone Star und BGB Capital Partners zu konzentrieren. Dazu werde man beiden Gruppen die Gelegenheit zu in einer weiteren, vertieften Unternehmensprüfung geben. Mit einem Verhandlungsergebnis rechnet der Senat bis Ende des Jahres. Ein Sprecher von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wies einen Pressebericht als "bloße Spekulation" zurück, wonach das Land trotz des Bieterverfahrens letztlich auf der Bank sitzen bleiben könnte. "Dies ist nur eine theoretische Lösung", sagte der Sprecher und bekräftigte den Willen des Landes, die Bank zu verkaufen.

Die "Börsen-Zeitung" hatte unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, auch der Verbleib von zwei der ursprünglich vier Interessenten lasse keinen Schluss auf weit fortgeschrittene Verhandlungsverläufe zu. Zudem hätten die Investoren bisher nur "das weniger brisante Material" zu sehen bekommen, hieß es. Deshalb sei es möglich, dass es zur so genannten "Stand-alone-Lösung" komme, das Land Berlin also weiter die Mehrheit der Bank halte und zunächst allein für deren Sanierung zu sorgen habe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%