Bieterwettbewerb geht in die heiße Phase
Insolvenzverfahren für Kirch-Media eröffnet

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der KirchMedia sei bereits am Freitagabend eröffnet worden, teilte das Amtsgericht München am Montag mit. Es sei Eigenverwaltung angeordnet worden.

dpa MÜNCHEN/HAMBURG. Mit der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens geht der Bieter-Wettbewerb um die KirchMedia und ihren TV-Konzern ProSiebenSAT.1 in die heiße Phase. Die Geschäftsführung betonte, sie wolle sich für eine Rettung der wichtigsten Unternehmensteile einsetzen. Zu den Interessenten für eine Übernahme der Kirch Media gehören auch die Verlage Axel Springer und Heinrich Bauer.

Die Kirch Media hatte vor mehr als zwei Monaten Insolvenzantrag gestellt. Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung unter der Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse verwalten und über sie verfügen kann. Zum Sachwalter wurde vom Amtsgericht Rechtsanwalt Michael Jaffe bestellt, der bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter fungierte.

Die Kirch Media war die Kerngesellschaft des Kirch-Imperiums. Für eine Übernahme des Unternehmens oder von Teilen interessieren sich zahlreiche Medienkonzerne aus dem In- und Ausland. Der Springer- Verlag wollte die Spekulationen über einen geplanten Einstieg auch am Montag nicht kommentieren. "Zu laufenden Gesprächen nehmen wir keine Stellung", sagte eine Verlagssprecherin.

Bisher interessiert sich vor allem ein Konsortium aus WAZ-Gruppe, Commerzbank und dem US-Filmstudio Columbia für eine Übernahme der KirchMedia mit ihrer TV-Tochter ProSiebenSAT.1. In Branchenkreisen hieß es am Montag, Springer prüfe derzeit, ob sich ein Engagement lohne. Endgültige Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Der Verlag sei grundsätzlich sowohl an einem TV-Engagement als auch am Film- und Sportrechtehandel der Kirch Media interessiert. Springer und Heinrich Bauer seien für weitere Partner offen.

Der "Spiegel" hatte berichtet, Springer-Chef Mathias Döpfner und Heinz Bauer hätten sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Springer ist bereits mit 11,5 Prozent an ProSiebenSAT.1 beteiligt, wollte dieses Paket aber ursprünglich an die Kirch-Gruppe zurückverkaufen. Als Döpfner eine entsprechende Option zog und von Kirch 767 Mill. ? für das Paket verlangte, beschleunigte sich der Niedergang des einstigen Kirch-Imperiums.

Die Geschäftsführung der Kirch Media erklärte nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens: "Das Ziel der Eigenverwaltung ist der Erhalt des Geschäftsbetriebs der Kirch Media und der ihr nachgeordneten Gesellschaften, die kontrollierte Fortführung und der dauerhafte Erhalt der wesentlichen Unternehmensteile durch geeignete Umstrukturierungsmaßnahmen." Die seit dem Insolvenzantrag aktive Geschäftsführung bleibe im Amt und leite weiter die Geschäfte. Laut Informationen aus Branchenkreisen sollen ProSiebenSAT.1 und der Rechtehandel möglichst zusammen bleiben. Dagegen könnten insbesondere die Produktion und weitere Randbereiche abgespalten werden.

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