Bilanz des ersten Börsenhalbjahrs 2001
Wall Street hängt Euro-Börsen deutlich ab

In einem schwachen Börsenhalbjahr setzen sich einige große Technologie-Aktien überraschend gut durch. Für die kommenden sechs Monate sind die Finanzinstitute für den Gesamtmarkt optimistisch.

DÜSSELDORF. In den USA steigt die Zuversicht. Das erste Halbjahr an den Börsen war zwar schwach. Doch in- und ausländische Finanzinstitute sind optimistisch, dass den Anlegern bessere sechs Monate bevorstehen. Am Freitag stützten diesen Optimismus unerwartet positive Daten der Universität Michigan, die ein größeres Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft belegen.

Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der amerikanischen Konjunkturtalfahrt haben sich bereits auf die Börsen ausgewirkt. Dies zeigt die Bilanz nach einem halben Jahr. Während US-Standard-Aktien seit Januar stagnieren, müssen die europäischen Indizes nach dem Minus im Vorjahr erneut Verluste verzeichnen. Wachstumswerte verloren in den USA rund 6 %, in Europa dagegen 26 %. Damit durchlaufen die europäischen Börsen in den letzten eineinhalb Jahren die schwerste Baisse seit der Ölkrise 1973/74.

Technologie-Aktien sind bislang die Verlierer - aber auch die Gewinner. Während die Kurse der Netzausrüster und Telekomgesellschaften wie Cisco, Nokia und Vodafone einbrachen, verbuchten der Software- Spezialist Microsoft, das Medien-Unternehmen AOL Time Warner und der Computerhersteller IBM kräftige Gewinne. Gemeinsam ist den Halbjahres-Stars, dass sie langsam, dafür aber stetig wachsen und schon mindestens einen Konjunkturabschwung erlebt haben. "Ebenso wie bei Standardwerten dominiert auch im Technologiesektor die Suche nach einem sicheren Hafen und die Flucht in defensive Aktien", meint André Jäkel, BHF-Bank.

Künftig werden nach Ansicht der Analysten vor allem die Kurse jener Werte zulegen, die durch einen Konjunkturaufschwung besonders profitieren. Häufig werden neben dem traditionellen Maschinenbau zwei arg gebeutelte Segmente im Technologiebereich genannt: Telekomfirmen und zyklische Halbleiter, die etwa von Goldman Sachs und Merrill Lynch empfohlen werden.

Einig sind sich die Strategen, dass Anlegern ein besseres Börsenhalbjahr bevorsteht. "Die EZB wird die Zinsen senken, und die Unternehmen werden sich stärker umstrukturieren, um ihre Kosten besser in den Griff zu bekommen. Die Börse nimmt den Beginn eines Wirtschaftsaufschwungs aber bereits sechs Monate vorweg", meint DWS - Fondsmanager Klaus Kaldemorgen. Er sieht derzeit einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Die größte deutsche Fondsgesellschaft hat ihre Bargeldpositionen auf 13 % verringert. Das ist eine Quote im oberen Durchschnitt. Noch Anfang Januar betrug der Cash-Anteil 25 %.

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