Bilanz-Vorlage
RWE: Experten erwarten um 39% höheres Betriebsergebnis

Wenige Tage nach Bekanntgabe der geplanten Übernahme des größten amerikanischen Wasserunternehmens wird der Essener Energiekonzern RWE am Mittwoch seine Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr (per 30. Juni 2001) vorlegen.

dpa-afx ESSEN. Experten rechnen mit einer Steigerung des Betriebsergebnisses von 39 % auf 3,9 Mrd.. Euro. RWE selbst hatte zuvor 35 % als Ziel angegeben.

Die erstmalige Einbeziehung der Ergebnisse von VEW und Thames Water nach deren Übernahme und Rekordergebnisse im Bereich Mineralöl und Chemie würden dazu beitragen, hatte RWE bei der Vorlage der Neunmonatszahlen als Gründe genannt. Den Umsatz hatte RWE bereits im Juli mit vorläufig 62 Mrd.. Euro beziffert. Bei der Pressekonferenz dürften außerdem weitere Einzelheiten zu den Übernahmeplänen sowie neue Konzern-Berichtsstrukturen zur Sprache kommen.

RWE hatte am Montag vergangener Woche seine Pläne bekannt gemacht, den US-Wassermarktführer American Water Works einschließlich Schulden für 7,6 Mrd. US-USD zu kaufen. Mit dem Kauf, der in frühestens 18 Monaten vollzogen sein soll, wird RWE seine Position als drittgrößter Wasserversorger der Welt im lukrativen Geschäft mit dem "blauen Gold" kräftig ausbauen. Rund 56 Mill. Kunden wird RWE dann nach eigenen Angaben weltweit mit Wasser versorgen.

Wasser gehört neben Strom - RWE ist Deutschlands größter Stromkonzern - und Gas zu den Kerngeschäftsfeldern des Konzerns. Rund zwei Jahre nach der erfolgten Übernahme soll die Wassersparte nach RWE-Angaben etwa 35 % des Konzern-Betriebsergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ausmachen.

Von den beiden Weltmarktführern, den französischen Konzernen Vivendi und Suez Lyonnaise mit jeweils rund 100 Mill. Kunden, ist RWE gleichwohl noch weit entfernt. Nach wie vor wird daher der Mannschaft um RWE-Chef Dietmar Kuhnt Interesse an Deutschlands größtem privatem Wasserkonzern Gelsenwasser unterstellt, eine mehrheitliche Tochter des Düsseldorfer Rivalen E.ON. Vor rund einem Jahr erst hatten die Essener den britischen Marktführer Thames Water für insgesamt rund 11 Mrd.. Euro übernommen.

Nach Angaben von Matthias Heck von der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim werden die einzelnen RWE-Konzern-Gesellschaften in Zukunft ihre Einzel-Aktivitäten genauer als bisher aufschlüsseln. Dies erhöhe die Glaubwürdigkeit. "Damit wird RWE zum transparentesten Versorgungsunternehmen Europas", sagte Heck.

Der Analyst erwartet eine Steigerung des Betriebsergebnisses um 38,5 % auf 3,875 Mrd.. Euro. Jörg Natrop von der WGZ-Bank geht von 39 % Steigerung des Betriebsergebnisses auf 3,9 Mrd.. Euro aus. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 1999/2000 (per 30. Juni) war das betriebliche Ergebnis des Essener Konzerns um 14,5 % auf knapp 2,7 Mrd.. Euro zurückgegangen. Der Umsatz lag bei 47,9 Mrd.. Euro.

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