Bilanzierungs-Umstellung und Zukäufe
GfK mit kräftigem Umsatzplus

Die Marktforschungs-Gruppe GfK hat im ersten Halbjahr zum Teil bedingt durch die Umstellung der Bilanzierung sowie durch Zukäufe beim Umsatz zugelegt und den Gewinn annähernd vervierfacht.

Reuters NÜRNBERG. Das Ergebnis vor Fremdanteilen habe sich von Januar bis Juni auf 10,2 Millionen Euro nach 2,6 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahres erhöht, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft am Donnerstag in Nürnberg mit. Für das Plus machte GfK unter anderem ein stringentes Kostenmanagement und die Umstellung der Rechnungslegung auf US-GAAP verantwortlich.

Insgesamt hätten sich alle vier Geschäftsfelder zufrieden stellend entwickelt. Auch hinsichtlich der regionalen Umsätze habe die GfK in einem schwierigen Umfeld gute Zuwächse erzielt. Insgesamt sei der Umsatz, überwiegend bedingt durch Änderungen im Konsolidierungskreis, um 17,7 Prozent auf 265,1 Millionen Euro geklettert. Für 2002 schließt GfK aufgrund von Veränderungen im Konsolidierungskreis eine knappe Verfehlung des geplanten Umsatzanstiegs um 6,6 Prozent auf 560 Millionen Euro nicht aus.

Organisches Wachstum deutlich geringer

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich der Gewinn um 278 Prozent auf 17,0 Millionen Euro erhöht, hieß es weiter. Einschließlich der Beteiligungen habe sich operativ ein Anstieg auf 19,1 (8,5) Millionen Euro ergeben.

Das organische Umsatzwachstum - also bereinigt um erstmals erfasste Zukäufe sowie die Verzerrung des Vorjahreswerts durch die Bilanzumstellung - lag in der ersten Jahreshälfte allerdings deutlich unter dem Vorjahresniveau. "Das durch Neukonsolidierungen bedingte Wachstum machte 15,5 Prozent des Umsatzanstiegs aus", hieß es in der Mitteilung. Dennoch liege das interne Wachstum am oberen Rande der Erwartungen von Experten für die Gesamtbranche.

Mit 93,2 Millionen Euro erzielte die GfK den Angaben zufolge gut ein Drittel ihres Umsatzes in Deutschland, hier ergab sich ein leichter Zuwachs von 1,2 Prozent. Die Region Süd- und Osteuropa konnte hingegen um 37 Prozent auf 92,7 Millionen Euro zulegen. Auch in Nord-, Zentral- und Osteuropa wurde jeweils ein zweistelliges Plus verzeichnet. Der Umsatz in Nord- und Südamerika kletterte um fast ein Viertel auf knapp 22 Millionen Euro.

In fast alle Bereichen deutliche Zuwächse

Im umsatzmäßig wichtigsten Segment, der Marketing-Forschung (Ad-Hoc), sei der Umsatz um knapp 30 Prozent auf 119,3 Millionen Euro angestiegen, während sich das Betriebsergebnis mit 6,2 Millionen Euro mehr als verdoppelte. "Die guten Zuwächse im Ausland kompensierten die Stagnation des Umsatzes im Inland fast vollständig", hieß es hierzu. Bis auf die Messung von Konsumenten-Entscheidungen (Consumer-Tracking), wo der Umsatz leicht schrumpfte, zugleich aber ein Gewinnplus verbucht wurde, konnten die anderen Bereiche bei Umsatz und Ergebnis ebenfalls weitgehend deutlich zulegen.

Marktumfeld weiterhin schwierig

Als nach wie vor schwierig und noch nicht stabil bezeichnete GfK das weltweite Umfeld für Marktforschungsservices. Dennoch habe die Gesellschaft in den ersten sechs Monaten bereits 76 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes mit Aufträgen abgedeckt. Da aufgrund der Bilanzierung nach US-GAAP die schweizerische bwv Gruppe mit einem erwarteten Umsatz von rund 15 Millionen Euro nicht mehr konsolidiert werde, könne das Umsatzziel von 560 Millionen Euro für das Gesamtjahr voraussichtlich knapp verfehlt werden. Der Umsatzausfall werde durch die seit Jahresanfang neu erworbenen Gesellschaften allerdings "nahezu" kompensiert. Die anvisierte Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern einschließlich Beteiligungserträgen von rund neun Prozent hält GfK weiter für erreichbar.

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