Bilanzierungswechsel
Rheinmetall-Prognose auf tönernen Füßen

Wie es voriges Jahr der Rheinmetall AG ergangen ist, lässt sich nur schwer ermessen - der Düsseldorfer Mischkonzern stellt die Rechnungslegung von HGB auf IAS um, womit alle Prognosen zur Bilanzvorlage auf tönernen Füßen stehen.

vwd DÜSSELDORF. Nach dem internationalen Standard dürfte das MDax-Unternehmen höhere Erträge ausweisen. Würde man hingegen weiter das Handelsgesetzbuch zu Grunde legen, fiele das operative Ergebnis nach Ansicht von Analysten niedriger aus als 2000. Am Dienstag ist mit ersten Gewinnzahlen und dem Dividendenvorschlag zu rechnen, am Donnerstag folgt dann der ausführliche Jahresabschluss auf der Bilanzpressekonferenz.

Nachdem bereits Zahlen für zwei der drei Konzernsäulen, nämlich für die Sparten Elektronik und Automobilzulieferung, vorliegen, hat die WestLB eine Prognose auf IAS-Basis gewagt. Demnach könnte der Gesamtumsatz bei 4,54 Milliarden Euro liegen, woraus ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 162 Millionen Euro vermutet wird. Nach den HGB-Zahlen des Jahres 2000 erlöste Rheinmetall 4,49 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis von 149 Millionen Euro. HSCB Trinkaus & Burkhardt ist auch für 2001 von einem fiktiven HGB-Ansatz ausgegangen und kommt so auf ein niedrigeres Ebit von 135 Millionen Euro.

Neben den reinen Zahlen interessieren strategische Fragen: Was hat der Eigentümer Röchling vor? Bekanntlich will die Industriellenfamilie den Wert ihrer Hauptbeteiligung steigern und das Portfolio schärfen. Welche Folgen hat der Verzicht auf ein wichtiges Joint Venture in der Wehrtechnik? An die Verbindung mit dem US-Konzern ATK hatte Rheinmetall große Erwartungen geknüpft. Wie schätzt das Management die Automobilkonjunktur ein? Darunter hat voriges Jahr das Zuliefergeschäft des Konzerns in Nordamerika gelitten. Schließlich harrt der ebenso überraschende wie starke Eigenkapitalschwund der zur Veräußerung anstehenden Tochter Jagenberg noch einer Erläuterung.

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