Bilanzmanipulation in Milliardenhöhe
Ex-Worldcom-Manager verweigern Aussage

Ehemalige Top-Manager des nach einem Bilanzskandal angeschlagenen US-Telekomkonzerns Worldcom haben vor einem Ausschuss des US-Parlaments ihr Recht zur Zeugnisverweigerung genutzt.

Reuters WASHINGTON. "Obwohl ich noch lieber als sie die Antworten auf ihre Fragen über Worldcom wissen möchte, haben mich meine Anwälte angewiesen, auf Grund des fünften Verfassungszusatzes nicht auszusagen", sagte Ex-Worldcom-Chef Bernard Ebbers am Montag vor dem für Finanzdienstleistungen zuständigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Auch der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan verweigerte die Aussage. Er war im Zuge der Aufdeckung einer Bilanzmanipulation in Milliardenhöhe bei Worldcom gefeuert worden. Nach dem Verfassungszusatz dürfen Zeugen die Aussage verweigern, wenn sie sich selbst belasten könnten. Dem Ausschussvorsitzenden Michael Oxley zufolge hatten beide bereits zuvor angekündigt, die Aussage zu verweigern.

Zentral Frage bei der Anhörung ist, wie ein Bilanzierungsfehler mit einem Volumen von 3,85 Milliarden Dollar für mehr als ein Jahr bei Worldcom unentdeckt bleiben konnte. Zusätzlich waren auch der neue Konzernchef John Sidgmore und Chairman Bert Roberts geladen. Auch Salomon-Smith-Barney-Analyst Jack Grubman, der die Worldcom-Aktie unmittelbar vor Bekanntwerden der Bilanzprobleme heruntergestuft hatte, stand dem Ausschuss Rede und Antwort.

Ein Analyst sagte, das Augenmerk werde wahrscheinlich auf dem "Kriminalfall" World-Com liegen und nicht auf den für die Anleger schwerer wiegenden Folgen eines drohenden Bankrotts.

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