Bilanzpressekonferenz
Schering erwartet 2001 zweistelliges Gewinnplus

Der Berliner Pharmakonzern Schering AG erwartet nach neuen Bestwerten 2000 für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnzuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Das Betriebsergebnis werde voraussichtlich aber nur mit einstelliger Rate zunehmen, sagte der Weltmarktführer bei zahlreichen Spezialpräparaten am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin voraus. Grund dafür seien erhöhte Marketingkosten bei der Einführung neuer Produkte, hauptsächlich in den USA.

ddp/vwd BERLIN. Das Umsatzwachstum von Schering werde "über dem Marktdurchschnitt" liegen, hieß es entgegen bisherigen Prognosen vorsichtiger. Aufgrund der allgemeinen Konjunkturentwicklung "braut sich Einiges zusammen", warnte Finanzvorstand Klaus Pohle. Unter anderem gebe es in mehreren Staaten Diskussionen über die Pharma-Budgets. Daher habe Schering für die Umsatzprognose die Formulierung "über dem Marktdurchschnitt" gewählt. Bisher hatte das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzplus anvisiert. Die Gewinnprognose mit einer alljährlichen zweistelligen Zuwachsrate bis 2005 bleibe davon unberührt, hieß es.

Zugleich stellte Schering den Aktionären eine Dividendenanhebung um mindestens zehn Prozent für 2001 in Aussicht. Finanzvorstand Klaus Pohle sagte, in diese Richtung gehende Rechnungen seien "richtig". Für 2000 soll eine Dividende von 0,67 Euro plus einem Bonus von 0,33 Euro je Aktie gezahlt werden. Damit erhielten die Aktionäre eine Ausschüttung von 1,95 Mark je Anteilschein.

Nach erneuten Millionen-Verlusten beim Pflanzenschutzgeschäft im Vorjahr erwartet Schering aus seinem 24%-Anteil an Aventis CropScience, Lyon, 2001 endlich einen "deutlich positiven Gewinnbeitrag". Der Anteil, der zugleich 25,1 % der Stimmrechte ausmacht, solle zunächst nicht verkauft werden. Vielmehr wolle man warten, bis ein höherer Preis erzielt werden könne, kündigte Pohle an. "Wir glauben, der Zeitpunkt ist momentan nicht der richtige für einen Verkauf", sagte er. Die Bewertung für Unternehmen dieser Branche liege aktuell beim siebenfachen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Schering wolle jedoch das zehn- bis elffache EBITDA erlösen.

Vita kandidiert für den Aufsichtsrat

Schering-Vorstandvorsitzender Giuseppe Vita, der aus Altersgründen dieses Amt im laufenden Jahr abgeben will, kündigte am Freitag eine Kandidatur für den Aufsichtsrat an. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung werde er sich als Mitglied für das Kontrollgremium zur Verfügung stellen, sagte er.

Wie Schering zudem mitteilte, ist der Biotechnologieinformationsbereich ausgegliedert worden. Die unter Metagen Pharmaceuticals AG firmierende Tochter werde für 45 Mill. Euro zu 50 % an einen Finanzpartner gehen, sagte Pohle. Schering werde einen Anteil von 42 % behalten, acht Prozent liegen beim Management. Ein zuvor für 2002 vorgesehener Börsengang der Biotech-Tochter scheint allerdings derzeit noch nicht sicher. "Wer klug ein IPO macht, macht dies von der Entwicklung der Märkte abhängig", sagte der designierte Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen. Das Jahr 2002 sei aber noch nicht voll absehbar. Pohle betonte, dass Metagen von einem Venture-Kapitalgeber mit viel Geld ausgestattet sei. Damit werde man "zwei bis drei Jahre gut arbeiten können".

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